„Menschen mit Anstand, Haltung und Erfahrung gehen nicht in die Politik“ - eine der heftigsten Reaktionen auf das, was am Sonntag hier und in der „Krone“ zu lesen war und zahlreiche, durchaus sehr widersprüchliche Reaktionen hervorrief. Das Doppelinterview mit Franz Voves von der SPÖ und Hermann Schützenhöfer (ÖVP), den beiden ehemaligen Landeshauptmännern der Steiermark, wirbelte einigen Staub auf. Die Alt-Politiker hatten darin gefordert, die Allerbesten müssten in die Politik gehen. Es brauche mehr Qualität beim politischen Personal, notwendig wären die Allerbesten. Das Land brauche charismatische Volksvertreter, Menschen mit Anstand, Haltung und Erfahrung. Ja, in den Postings dazu findet sich - wen hätte es gewundert? - einige Ablehnung (siehe oben). „Unfassbar, waren selber keine Leuchten und würden heute alles besser machen“, schreibt ein besonders Böser. Dieser Schreiber bekam umgehend als Replik: „Sie haben manches, nicht alles, schon besser gemacht.“ Und dann meldete sich auch noch ein hochrangiger Ex-Politiker direkt per Mail zu Wort. Sehr sarkastisch tippte er: „Die SPÖ nimmt den Ratschlag von Franz Voves absolut ernst! Mit Andreas Babler steht der allerbeste Mann in der Geschichte der einst so staatstragenden und durchaus auch zurecht stolzen Partei an der Spitze.“ Wer das schreibt? Ein ehemaliger Landeshauptmannkollege von Voves und Schützenhöfer. O.k., das richtet sich ja nicht gegen die Interviewten... Denen „dankt“ allerdings ein Poster, der schreibt: „Eine bessere Wahlwerbung für die FPÖ kann´s gar nicht geben.“ Ob das nicht ungerecht ist?
„Solche Politiker fehlen“. Tatsächlich ist das Echo auf die Aussagen von Voves und Schützenhöfer insgesamt überwiegend freundlich bis positiv. Auf den Schreiber, der die „Wahlwerbung für die FPÖ“ geortet zu haben glaubte, antwortete ein weiterer, der meinte, er sehe es umgekehrt, Politiker vom Format der beiden bräuchten keinen Kickl fürchten. „Haben ja nicht unrecht die beiden Herren“, findet ein anderer Poster, der vor allem daran erinnert, dass damals „miteinander und nicht gegeneinander gearbeitet wurde“. „Wie recht die haben“, lobt ein oder eine weitere(r), „ein wirklich wohltuender Bericht von zwei Politikern, die ehrlich miteinander umgehen“, ein anderer „Krone“-Leser. „Solche Politiker wie die beiden fehlen heute“, gibt es ebenso zu lesen, wie einfach „Ein schöner Bericht“. Danke! Wir freuen uns, wenn politische Aussagen auch einmal überwiegend positiv aufgenommen werden. Das passiert nicht wirklich oft…
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