Die Abwehr hatte in den abschließenden Testspielen gegen Österreich (2:3) und die Türkei (0:2) einen alles andere als sattelfesten Eindruck gemacht. Laut Blochin, der die Ukraine 2006 bis ins WM-Viertelfinale geführt hatte, bestünden die Mängel aber schon seit Jahren. "Wir haben Probleme, die sowohl die Innen- als auch die Außenverteidiger betreffen", meinte der 59-Jährige. "Bildlich gesprochen: Unsere Verteidiger können nicht einmal richtig tacklen."
Blochin beklagt Fehlen eines Torjägers
Dazu komme laut Blochin eine Stürmerkrise. Das Duo Marco Devic und Andrej Woronin präsentierte sich zuletzt nicht in Bestform, dürfte im ersten EM-Spiel am Montag in Kiew aber den Vorzug gegenüber Altstar Andrij Schewtschenko erhalten. Während die besten Angreifer in Europa Tore am Fließband erzielt haben, sei Teamspieler Jewgeni Selesnjew in der Ukraine bereits mit 14 Treffern Schützenkönig geworden, kritisierte Blochin das Fehlen von echten Torjägern.
14 Tore - so viele erzielten im Übrigen auch Stefan Maierhofer und Jakob Jantscher, die Torschützenkönig der österreichischen Bundesliga, in der abgelaufenen Saison. "Entschuldigen Sie mich, aber das Level in unserer Meisterschaft ist ziemlich schlecht", sagte Blochin, seit April 2011 wieder im Amt. "Wenn ein Stürmer keine Situation kreieren kann, in der er den Ball nur noch hineinstochern muss, dann ist er für mich kein Stürmer." Blochin selbst erzielte in 112 Länderspielen für die Sowjetunion 42 Tore - beides Rekord.
"Unser Ziel ist der Aufstieg"
Auch die Legionäre - Woronin etwa spielt bei Dynamo Moskau - schaffen laut dem ukrainischen Teamchef kaum Abhilfe. "Es ist schon schwierig, überhaupt einen Spieler zu finden, der in seinem Klub regelmäßig spielt", erklärte Blochin. Der Trainerfuchs dürfte mit seinen Aussagen versuchen, Druck von seiner Mannschaft zu nehmen. Die weiteren Gruppengegner heißen Frankreich und England. "Dass wir nicht als Favoriten gesehen werden, ist gut", sagte Blochin und fügte dann hinzu: "Unser Ziel ist der Aufstieg, dann sehen wir weiter."
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