Die schöne Tierwelt Herberstein trägt Trauer: Nachdem die vierjährigen Löwen „Tiberius“ und „Spartacus“, wie berichtet, so schwere wie mysteriöse Krankheitsbilder aufwiesen, mussten sie am Dienstag von ihrem Leid erlöst werden. Die Publikumslieblinge werden nun obduziert.
Die Leitung der Tierwelt Herberstein ging von Anfang an sehr transparent mit der Problematik um, „auch, um die Besucher nicht zu ängstigen oder zu verstören“, erklärt Prokuristin Karin Winkler. „Tiberius“ hatte ja sichtliche Probleme mit dem Bewegungsapparat, während sein gleichaltriger Bruder immer wieder von Krämpfen geschüttelt wurde, „beides war in einem offenen Gehege natürlich für unsere Gäste ersichtlich“.
Der Drillingsbruder „Maximus“ hatte bereits im Vorjahr eingeschläfert werden müssen, bis heute weiß man nicht genau, woraus sich die Problematik ergeben hat. Karin Winkler: „Das Rudel der Mutter ,Amira´, die ja aus einem tschechischen Zoo zu uns gekommen ist, ist gesund und zeigt keine Auffälligkeiten.“
Probleme schon seit Monaten
Doch schon seit Monaten war es um die vierjährigen Löwenkinder schlecht bestellt. „Alle Bemühungen unseres engagierten Teams rund um Veterinär Reinhard Pichler sind leider vergeblich geblieben. Am Dienstagabend mussten die beiden von ihrem Leiden erlöst werden.“
Pichler: „Fakt ist, trotz aller Möglichkeit der Behandlung haben sich die Symptome massiv verschlimmert. Es gab leider keine andere Lösung mehr. Sie werden nun an der Veterinärklinik in Wien obduziert, der Weg geht dann weiter ins Forschungsinstitut für Wildtierkunde.“ Für „Maximus“ gibt es schon einen Pathologiebefund, man untersucht nun, ob genetische Ursachen Grund sind.
Keine weitere Zucht geplant
Solange die Umstände nicht völlig geklärt sind, ist weiterer Nachwuchs auch nicht geplant, „das wäre unverantwortlich. Obwohl diese Spezies der Berberlöwen in der freien Wildbahn bereits ausgestorben ist und jeder Zuchterfolg immens wertvoll ist.“
„Amira“ und ihr Partner „Ceasar“ leben ja weiterhin gemeinsam, bei der Löwin werden allerdings empfängnisverhütende Maßnahmen mittels Hormongabe eingesetzt. PiIchler: „Wir warten jetzt alle Ergebnisse ab, ob nachfolgende Zucht möglich ist, wird dann erst entschieden. Sonst stünde Kastration im Raum.“
Karin Winkler: „Der Löwe ist ja das Wahrzeichen von Herberstein, gerade die beiden jungen Löwen gehörten zu den absoluten Publikumslieblingen und den Schätzen unseres gesamten Teams. Wir sind wirklich unglaublich traurig.“
Die Tierwelt ist Donnerstag bis Sonntag von 10 bis 15.30 Uhr geöffnet.
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