Der Weihnachts-„Tatort“ (26. 12., nur auf ARD) kommt heuer aus Frankfurt und zeigt einen vertrackten Mord vor dem Hintergrund einer problematischen Mutter-Sohn-Beziehung. Lesen Sie in unserem beliebten „Tatort“-Protokoll, ob es sich lohnt, einzuschalten.
Als die Bildhauerin Annette Baer (Jeanette Hain) ihren erwachsenen Sohn Lucas (Béla Gábor Lenz) nachts mit blutigen Händen im Badezimmer ihrer gemeinsamen Wohnung vorfindet, weiß sie, dass etwas Schreckliches passiert ist, auch wenn Lucas behauptet, nichts getan zu haben. Am nächsten Morgen werden die Kommissare Anna Janneke und Paul Brix zur Leiche der jungen Cara Mauersberger (Viktoria Schreiber) gerufen - und vertrackte Ermittlungen mit jeder Menge Verdächtigen beginnen
Regisseurin und Drehbuchautorin Elke Hauck hat sich für den „Tatort: Kontrollverlust“ (26. Dezember, 20.15 Uhr, Achtung: dieses Mal nur auf ARD) vor allem mit Eltern-Kind-Beziehungen auseinandergesetzt: „Als Autorin hat mich besonders der Moment inspiriert, wenn Kinder jugendlich werden und plötzlich ihre Türen vor uns Eltern verschließen. Wenn wir Eltern auf einmal draußen bleiben, viele Dinge nicht mehr wissen und damit auch nicht mehr kontrollieren können. Wir müssen lernen zu akzeptieren, dass unsere Kinder immer mehr ihr eigenes Leben haben. Und ihnen vertrauen.“ Genau das ist aber der Schwachpunkt der Mutter Annette im neuen Krimi, so Hauck: „Als Regisseurin hat mich nicht so sehr die realistische Seite der Geschichte interessiert. Es ging eher um das Durchspielen von Momenten, in denen man sich mit dieser Mutter identifiziert oder aber ihr Verhalten als übergriffig empfindet.“
Dieser Frankfurter „Tatort“ schickt Janneke und Brix bei ihren Ermittlungen von Pontius zu Pilatus, während wir Zuschauer tief in problematische Beziehungen eintauchen. Die Kommissare werden dabei zu Nebenfiguren im eigenen Fall, der von den Gastcharakteren lebt. Hain und Lenz mimen grandios das dysfunktionale Mutter-Sohn-Gespann zwischen wütender Ablehnung und intimster Nähe. Der Film ist eher ein psychologischer Thriller als ein Krimi, wenn auch bis zum Schluss das Rätselraten um den Täter spannend bleibt. „Kontrollverlust“ ist gut gespielt und gut inszeniert, ein sehenswerter Krimi, der dieses Mal wegen Weihnachten auf einen Dienstag fällt.
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