Als Vorbote zur nahenden EU-Wahl soll der Wolf strengen Schutzstatus verlieren. Nicht alle freut das.
In Zeiten bevorstehender Wahlen sind gute Schlagzeilen bekanntlich von besonders hohem Wert. Dies gilt nicht nur im Kleinen (nächstes Jahr finden steirische Landtags- und österreichische Nationalratswahlen statt), sonder auch im Großen. So kommt es, dass die EU-Kommission am Mittwoch unerwartet eine Herabstufung des internationalen Schutzstatus des Wolfes ankündigte. Begründet wird dies natürlich offiziell nicht mit der Europawahl im Juni 2024, sondern mit veralteter Datengrundlage.
WWF sieht eine Farce
Für Christian Pichler vom WWF eine Farce: „Zwölf Umweltminister haben sich noch kürzlich gegen eine Aufweichung des Wolf-Schutzes ausgesprochen - wie will man diese nun so schnell vom Gegenteil überzeugen?“, wirft der Experte eine berechtigte Frage ein. Pichler bezeichnet die Ankündigung als „billige Attacke auf den Artenschutz“ - denn eine wissenschaftliche Basis für eine solche Maßnahme würde fehlen, das Motiv sei vielmehr „offensichtlich politisch“.
Schmiedtbauer zufrieden
Dass der Schutzstatus von Wölfen von „streng geschützt“ auf „geschützt“ abgeändert werden soll, begrüßt in der Steiermark allen voran Agrarlandesrätin Simone Schmiedtbauer (ÖVP): „Wir sind stolz auf unsere bäuerlichen Familienbetriebe und einzigartige Alm- und Weidewirtschaft. Diese sind aber durch die zunehmende Ausbreitung von Wölfen gefährdet.“
Naturschutzlandesrätin Ursula Lackner (SPÖ) reagiert schaumgebremst: „In der Steiermark ist der Wolf nach wie vor nicht heimisch. In jenen Regionen, in denen ein guter Erhaltungszustand des Wolfes nicht mehr in Frage gestellt ist, muss es einen nachhaltigen Umgang mit dem Bestand geben. Dafür gilt es Lösungen zu finden.“
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