Die Staatsanwaltschaft ermittelt aktuell gegen zwei Salzburger Polizisten wegen des Verdachts des versuchten Mordes. Weil sie bei der Verfolgung eines Schlepper-Autos ihre Dienstwaffen abgefeuert haben. Ein Flüchtling wurde sogar im Gesicht getroffen.
Sie wollten nur einen Schlepper stoppen, nutzten dazu ihre Dienstwaffe. Jetzt aber sind sie im Visier der Staatsanwaltschaft: Gegen zwei Polizisten wird nun wegen des Verdachts des versuchten Mordes ermittelt, bestätigt Behördensprecherin Elena Haslinger. „Für den zuständigen Staatsanwalt ist aufgrund der Spurenlage, vor allem der Einschusslöcher am Fahrzeug, ein bedingter Tötungsvorsatz nicht auszuschließen.“ Einfacher erklärt: Durch die abgegebenen Schüsse könnten die Beamten es zumindest in Kauf genommen haben, jemanden zu töten. Haslinger betont aber auch: „Das ist nur eine Momentaufnahme. Es muss nicht sein, dass es am Ende des Verfahrens zu einem entsprechenden Prozess kommt. Das Verhalten der Polizisten muss noch genau geprüft werden. Wir warten hierbei auf den Bericht der Vorarlberger Polizei.“
Mit Pistole und Sturmgewehr geschossen
Über den Vorfall hatte die „Krone“ berichtet: Am 11. Dezember lieferte sich ein rumänischer Schlepper (34) mit der Polizei eine wilde Verfolgungsjagd über 30 Straßenkilometer. Zweimal feuerten dabei Beamte ihre Dienstwaffen ab: Zuerst schoss ein Polizist mit einer Pistole auf das Fahrzeug, traf aber einen der zehn syrischen Migranten im Fahrzeug bei der Hand. Der Rumäne ließ sich aber nicht stoppen - auch nicht von Straßensperren. Mit seinem Fahrzeug rammte er auch Polizeiautos. In Saalfelden verlor er aber die Kontrolle über den weißen Kastenwagen und blieb in einem Schneefeld stecken.
Dabei feuerte eine Beamtin mit einem Sturmgewehr auf das Auto – und traf, wie erst jetzt bekannt wurde, einen der Syrer im Gesicht. Der Mann erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Warum sie schoss, ist unklar. Die Beamten wurden laut „Krone“-Infos bislang nicht dazu verhört.
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