Die Kärntner Netztarife waren im Österreich-Vergleich bereits überdurchschnittlich hoch. 2024 steht eine erneute Erhöhung an, die scharfe Kritik aus der Politik und Wirtschaft zur Folge hat.
Die E-Control gab am Montag bekannt, dass die Netztarife in Kärnten um 21,4 Prozent angehoben werden, während sie österreichweit nur um 11,25 Prozent stiegen.
„Kärnten ist bei den Netztarifen ohnehin schon überbordend belastet, der neuerliche und massive Preissprung ist nicht hinnehmbar“, kündigt Energielandesrat Sebastian Schuschnig (ÖVP) seinen Protest an. Schuschnig fordert bei der E-Control volle Aufklärung ein, auch eine rechtliche Überprüfung dieser massiven Steigerung behalte er sich vor.
Kärntner Wirtschaft benachteiligt?
„Es geht um die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft“, so Schuschnig. Dem schließt sich auch der Präsident der Kärntner Wirtschaftskammer an. „Eine weitere mutwillige Verschlechterung der Rahmenbedingungen werden wir nicht hinnehmen!“, warnt WK-Präsident Jürgen Mandl in einer Aussendung und fordert österreichweit einheitliche Netztarife, um einzelnen Bundesländer nicht zu benachteiligen. Kritik übt der Wirtschaftsvertreter auch an Landeshauptmann Peter Kaiser: „Noch im vergangenen Juni habe Landeshauptmann Kaiser angekündigt, einen günstigeren Netzpreis für Kärnten durchsetzen zu wollen. Daraus ist bis jetzt offenbar nichts geworden, der Landeshauptmann kann sich der Unterstützung der Wirtschaft in dieser Frage sicher sein.“
Reaktionen der Opposition
Ebenfalls schlecht wegkommt Kaiser in den Reaktionen der politischen Opposition. FPÖ-Chef Erwin Angerer erinnert beispielsweise an ein Wahlversprechen von SPÖ-Landeshauptmann Kaiser, dass er für österreichweit einheitliche Stromnetzkosten sorgen werde: „Was sind die Versprechen Kaisers noch wert? Offensichtlich nichts!“ Erzürnt zeigt sich auch Team Kärnten-Chef Gerhard Köfer: „Nach der dramatischen Strompreiserhöhung durch den Kärntner Landesenergieversorger KELAG im Sommer ist das die nächste Schreckensmeldung für die Bürger unseres Landes gleichermaßen wie für die Wirtschaftsbetriebe.“ Köfer fordert ein Machtwort der Landesregierung gegen die Erhöhungen.
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