Nach „Freunderlwirtschaft“-Vorwürfen zog in Vorchdorf ein VP-Politiker noch während der Gemeinderatssitzung sein Angebot für die Schneeräumung zurück. Da der einzige Bewerber war, hat die Gemeinde nun ein Problem. VP und die Bürgerliste machen sich gegenseitig für die Misere verantwortlich.
Man werde im Schnee versinken, warnt die Vorchdorfer VP auf ihrer Homepage. Mitten in der kalten Jahreszeit kam der Gemeinde der Winterdienst abhanden. Schuld daran sei einzig und allein die vom ehemaligen VP-Politiker Albert Sprung angeführte Liste für Vorchdorf. Sie soll im Gemeinderat durch Unterstellungen von Freunderlwirtschaft und Korruption den Winterdienst-Anbieter verärgert haben.
Während der Sitzung das Angebot zurückgezogen
Dieser zog noch während der Sitzung sein Angebot für eine Vertragsverlängerung zurück. Brisant: Bei dem Anbieter handelt es sich um einen VP-Gemeinderat, der als Einziger ein Angebot vorgelegt hatte.
„Dass nicht einmal versucht wurde, ein Gegenoffert einzuholen, ist schon ein ganz starkes Stück.“
Albert Sprung, Bürgerliste
Genau das kreidet die Liste VP-Bürgermeister Johann Mitterlehner an: „Eine öffentliche Auftragsvergabe ist an gesetzliche Vorschriften gebunden, die ein faires Verfahren sicherstellen. Deshalb müssen immer mehrere Angebote eingeholt werden. Diesen Grundsatz hat der Bürgermeister wohl vergessen, als es um die Auftragsvergabe an seinen Parteikollegen ging. Dass nicht einmal versucht wurde, ein Gegenoffert einzuholen, ist schon ein starkes Stück.“
Liste muss Nachfolger suchen
Der Ortschef ließ die Vorwürfe nicht auf sich sitzen. Noch während der Sitzung beauftragte er die drei Listen-Mandatare Sprung, Ettinger und Limberger mit der Organisation eines adäquaten Ersatzes und der Ausarbeitung eines Vertrags, der im Gemeinderat im Februar beschlossen werden kann. „Bis dahin werden die wichtigen Parkflächen bei starkem Niederschlag im Schnee versinken“, sieht die VP schwarz. Beschwerden ans Gemeindeamt würden direkt an die Bürgerliste weitergeleitet
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