Beim Gemeindeverband Inkoba Salzkammergut Nord wirft der Chef aus Frust über den Stillstand überraschend das Handtuch. Herbert Schönberger hinterlässt nach turbulenten Wochen ein Minus von rund 197.000 Euro und viele offene Projekte. Für Kritik sorgen aber auch die hohen Personalkosten.
Turbulente Zeiten bei der Inkoba Salzkammergut Nord! Nach nicht einmal zwei Jahren an der Spitze des interkommunalen Gemeindeverbands für Betriebsansiedelungen übergab Herbert Schönberger, VP-Bürgermeister in St. Konrad, an seinen Kirchhamer Amtskollegen Ingo Dörflinger.
Luft ist draußen
„Bei mir ist die Luft draußen. Dinge, die ich unbedingt weiterbringen wollte, haben nicht so geklappt“, erklärt Schönberger. Vor allem beim 21,5 Hektar großen Gewerbegebiet in Vorchdorf sei er nicht so weit gekommen, wie er es gerne hätte. „Es scheitert an den langen Behördengängen“, so Schönberger. Zum Frust trugen aber auch die Debatten um die mittlerweile als illegal bezeichnete Rodung des Gewerbegebiets Ehrenfeld II in Ohlsdorf bei.
Im Raum steht bei dem aus elf Gemeinden bestehenden Verband auch ein Minus von rund 197.000 Euro. „Die Zahlen habe ich nicht im Kopf. Inkoba ist ein Projekt, und am Ende muss und wird die Null stehen.“
Kritik an Personalkosten
Die hohen Personalkosten von rund 80.000 Euro im Jahr für ihn und zwei weitere Mitarbeiter seien gerechtfertigt: „Arbeit kostet Geld, und der Job hat viele Stunden in Anspruch genommen, dazu kommen auch die hohen Lohnnebenkosten“, so Schönberger, der jährlich 45.500 Euro brutto kassierte.Die schwierige Situation muss nun der Kirchhamer Ortschef Ingo Dörflinger meistern.
Vorschusslorbeeren für Nachfolger
Er startet mit vielen Vorschusslorbeeren. Sogar für die kritische Vorchdorfer Bürgerliste ist er eine gute Wahl: „Grundsätzlich hätten wir die Obmannschaft gerne in Vorchdorfer Händen gesehen. Doch bei uns ist nicht – wie eigentlich in allen anderen Gemeinden üblich – der Bürgermeister im Vorstand der Inkoba vertreten. Dörflinger weist eine hervorragende Bilanz in seiner Gemeinde auf“, so Listenchef Albert Sprung.
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