Die Suche nach dem Kasperl der Woche gestaltete sich zu Faschingbeginn einfach wie schon lange nicht mehr. Denn es ist die Ärztekammer, die einmal mehr aufgezeigt hat. Wir gratulieren.
Es gibt ein Dorf auf dieser Welt, da ist immer Weihnachten – 365 Tage im Jahr, und in einem Schaltjahr, gibt es noch einmal 24 Stunden oben drauf. Während wir im August bei 35 Grad vor uns her schwitzen, trinkt der Weihnachtsmann in Rovaniemi in Finnland seinen Glühwein. Etwas Ähnliches existiert auch bei uns in Österreich, ein Ort, an dem das ganze Jahr über mit Begeisterung Fasching gefeiert wird – und das ist die Wiener Ärztekammer.
Im Hauptquartier des Schalks geht es überraschend unlustig zu. Interne Machtkämpfe, Beschimpfungen, alle fordern sich gegenseitig zum Rücktritt auf. Die Ärzte hätten sich in Krisenzeiten eine starke Standesvertretung verdient und bekommen: einen Ärztewitz ohne Pointe, dagegen ist der noch ein Schenkelklopfer:
Patient: „Herr Doktor, Herr Doktor, ich werde immer übersehen.
Doktor: „Der Nächste bitte!“
Geld oder Leben
Der neuste Schmäh: Gesundheitsminister Johannes Rauch will - auch nach den Querelen - die Ärztekammer in ihrem Mitspracherecht beschneiden. In einem Machtrausch droht die Kammer nun mit der Kündigung der Kassenverträge.
Was das bedeutet? Patienten müssen das Honorar der Ärzte erst einmal selbst bezahlen und dann bei ihrer Sozialversicherung einreichen. Ein bürokratischer Super-GAU, den sich vor allem chronisch Kranke nicht leisten können. Die Ärztekammer (unser Kasperl der Woche) möge noch einmal in sich gehen - und am besten dort bleiben.
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