Sa, 18. August 2018

Krebsstation gebaut

26.03.2012 09:32

Steirische Ärzte retten im Kosovo Kinderleben

Sema (Bild) ist vier Jahre alt. Sie hat eine riesige Narbe am Bauch. Aber das Kind lebt, und das verdankt die Kleine aus dem Kosovo der großen Kunst steirischer Ärzte. Durch das Engagement der Mediziner ist in Pritina eine Kinderkrebsstation entstanden, in der junge Patienten überleben, die früher todgeweiht gewesen wären.

Vor acht Jahren war Kastriot G. schwer krank, von Lymphdrüsenkrebs gezeichnet, aus dem Kosovo nach Graz gekommen. Es wurde für ihn gespendet, er wurde von vielen Seiten unterstützt – doch für ihn kamen alle Therapien zu spät. Der Bub starb.

Station für krebskranke Kinder in Pritina
Aber Kastriot hat damit auch Leben gespendet – denn seine traurige Geschichte war Startschuss für eine Initiative, um krebskranken Kindern zu helfen. "Es gab zu der Zeit im Kosovo für Blutkrebs bei Kindern überhaupt keine Behandlungsmöglichkeit", so Christian Urban (Bild), Chef der Kinderonkologie in der Grazer Uni-Klinik. In Graz gehen drei Viertel aller mit Blutkrebs diagnostizierten Kleinen geheilt nach Hause – im Kosovo starben sie hingegen aus Mangel an Wissen und Therapie.

Viele halfen in Folge zusammen, Kastriots Eltern, ganz massiv sein Onkel Arber. Die "Kosovarische Kinderkrebshilfe" wurde gegründet, dann ein kosovarischer Arzt zur Schulung nach Graz entsandt. Und jetzt, acht Jahre später, gibt es in Pritina eine Station für krebskranke Kinder mit 25 Betten.

"Es ist uns eine Herzensangelegenheit"
Doch ohne das beispielhafte Engagement der steirischen Ärzte wäre das alles nicht möglich gewesen. Gerade kamen sie von einem erneuten, mehrtägigen Aufenthalt im Kosovo zurück, bei dem sie weitere Mediziner geschult, einen Workshop - zu diesem kam sogar der Gesundheitsminister - abgehalten und Eingriffe durchgeführt hatten.

"Den Medizinern dort fehlt einfach noch eine Menge Know-how, das wir uns in immerhin 30 Jahren erarbeitet haben. Wir wollen ihnen und den Kindern helfen. Es ist uns eine Herzensangelegenheit", so Urban. Im Mai ist eine weitere Fahrt geplant, dabei wird den kosovarischen Ärzten gezeigt, wie man zentrale Katheter legt, um Chemotherapien durchzuführen. Die hohe Kunst der Stammzellentherapie ist das langfristige Ziel.

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