Mi, 20. Juni 2018

Raumsonde enthüllt

21.03.2012 11:46

Planet Merkur hat einen gigantischen Eisenkern

Der Planet Merkur besitzt einen gigantischen Eisenkern und hat eine geologisch bewegte Vergangenheit. Das schließt ein US-Astronomenteam aus den aktuellen Beobachtungen der Merkursonde "Messenger". Der pockennarbige Planet sei aktiver als von vielen erwartet, schreiben die Forscher im US-Fachjournal "Science".

Seit einem Jahr umkreist "Messenger" den Merkur, kartiert die Oberfläche des Planeten und vermisst seine Schwerkraft. Aus den zur Erde gefunkten Schwerkraftdaten schließen die Forscher auf eine ungewöhnliche innere Struktur des sonnennächsten Planeten.

Der Eisenkern des Merkur, der rund 91 Millionen Kilometer von unserer Erde entfernt ist, nimmt demnach 85 Prozent seines Radius ein. Zum Vergleich: Der Erdkern reicht nur etwa bis zur Hälfte des Radius. In der Folge haben Mantel und Kruste beim Merkur nur so wenig Anteil wie etwa die Schale bei einer Orange.

Darüber hinaus deuten zahlreiche Oberflächenstrukturen auf eine viel aktivere Geologie hin, als bis dato erwartet. So stellten die Forscher fest, dass Teile des größten Einschlagkraters auf dem Merkur höher liegen als der Kraterrand. Sie müssen also nach dem Einschlag von innen hochgepresst worden sein. Und eine Tieflandregion am Merkur-Nordpol ist dort vermutlich im Laufe der Planetenevolution erst hingewandert.

Ungewöhnliche Dynamik im Inneren
"Vor den umfangreichen 'Messenger'-Beobachtungen haben viele Wissenschaftler angenommen, der Merkur ähnle dem Mond - früh in der Geschichte des Sonnensystems erkaltet und während der meisten Zeit seiner Entwicklung ein toter Planet", erläuterte Ko-Autorin Maria Zuber vom Massachusetts Institute of Technology in einer Mitteilung. "Jetzt stoßen wir auf triftige Belege für eine ungewöhnliche Dynamik im Inneren des Planeten, die nahelegen, dass Merkur offensichtlich lange Zeit aktiv war."

Die Sonde "Messenger" hatte ihre Reise zum Merkur vor sechseinhalb Jahren, im August 2004, von Cape Canaveral (Florida) aus angetreten. Auf ihrer Reise umkreiste sie 15-mal die Sonne, flog einmal an der Erde vorbei, zweimal an der Venus und dreimal am Merkur.

Höchst erfolgreiche Mission
Schon bei ihren ersten Vorbeiflügen am Merkur hatte "Messenger" einen großen Teil der Oberfläche des sonnennächsten Planeten kartografiert und viele atemberaubende Bilder zur Erde geschickt. Es waren die ersten detaillierteren Informationen über den Merkur, seit die NASA-Sonde "Mariner 10" den Planeten 1974 und 1975 passiert hatte.

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