Ob Tourismusprospekte für Tirol, Gemeindezeitungen, Pfarrbriefe - immer mehr regionale Druckwerke werden alles andere als regional produziert. Das kritisieren die heimischen Druckereibetriebe und fordern ein Umdenken. Die Branche steht seit Jahren enorm unter Druck.
Viele Wirtschaftsbereiche stöhnen unter hohen Energiekosten, Arbeitskräftemangel und explodierenden Rohstoffpreisen. Nicht anders geht es den Tiroler Druckereien. Doch im Gegensatz zu anderen Branchen „können die Druckereien diese Kosten nicht auf die Kunden abwälzen“. Das sagt der oberste Branchenvertreter Dietmar Hernegger.
Hernegger spricht von einer massiven wirtschaftlichen Belastung der Betriebe, die durch die immer noch billigere Konkurrenz weiter verschärft werde. Seit drei Jahren ortet die Branche einen „überdurchschnittlichen“ Produktionsrückgang. Die Zahl der Betriebe ist seit 2010 um 15 auf 48 gesunken.
Tourismusabgabe ja, Auftrag trotzdem nicht
Was sich Hernegger und seine Kollegen erhoffen, ist eine Besinnung auf Regionalität, wie sie im Lebensmittelbereich greift. Es könne nicht sein, dass Werbe-Prospekte für Tirol in anderen Bundesländern oder sogar im Ausland gedruckt würden. Und das, obwohl gleichzeitig jeder Unternehmer Tourismusabgabe zahlen müsse. Die Abwanderungstendenz gelte mittlerweile auch für Gemeindezeitungen oder Pfarrbriefe, hieß es bei einem Pressegespräch in der Wirtschaftskammer in Innsbruck.
Die Vertreter der Druckereien appellieren unter anderem an die öffentliche Hand, Aufträge regional zu vergeben. Dies würde im Sinne der Nachhaltigkeit unnötige Transporte vermeiden und die Wertschöpfung im Land halten.
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