Metaller-Verhandlungen

Gewerkschafter: „Wir bereiten uns auf Streiks vor“

Steiermark
24.10.2023 16:20

Eine Einigung bei den Kollektivvertragsverhandlungen der Metaller ist in weiter Ferne. Die Gewerkschaft lädt derzeit zu Betriebsversammlungen und bereitet Streiks vor - währenddessen warnt die Industriellenvereinigung vor einem anhaltendem Abwärtstrend.

„Der Andrang ist groß“, berichtet Gewerkschafter Hubert Holzapfel (Pro-Ge), als er am Dienstag gerade am Weg von Boehlerit in Kapfenberg zu Mosdorfer in Weiz ist. Seit Montag finden auch in den steirischen Betrieben der metalltechnischen Industrie Betriebsversammlungen statt. In den Kollektivvertragsverhandlungen mobilisiert die Gewerkschaft, die ein Plus von 11,6 Prozent fordert - die Arbeitgeber bieten 2,5 Prozent und eine Einmalzahlung. Dazwischen liegen Welten.

„Wir werden heuer sicher länger für einen Abschluss brauchen“, sagt Holzapfel. Noch bis kommenden Dienstag gibt es Betriebsversammlungen, am 2. November steht die nächste Verhandlungsrunde an. Für die Woche darauf sind Warnstreiks avisiert, ab dem 13. November könnten echte Arbeitsniederlegungen folgen. Diese gab es zuletzt 2011. „Wir bereiten uns schon darauf vor“, sagt Holzapfel.

„Die Arbeitgeber wollen es heuer wirklich wissen“
Er vermutet: „Die Arbeitgeber wollen heuer wirklich wissen, wie groß die Schlagkraft der Gewerkschaft ist.“ Diese argumentieren ihr Angebot ja mit der aktuellen Wirtschaftslage. Dazu passt die neue Konjunkturumfrage der Industriellenvereinigung (IV).

In der Steiermark nahmen 46 Betriebe mit fast 47.000 Beschäftigen teil. Alle Pfeile zeigen seit dem Vorquartal deutlich nach unten. Bei der Beurteilung der aktuellen Geschäftslage liegt der Index (Saldo aus positiven und negativen Bewertungen) nur noch bei 3 - schlechter war er nur in der Finanzkrise 2008/09 sowie bei Ausbruch der Corona-Pandemie 2020.

Ausblick der Betrieb ist negativ
„Wir haben eine Dimension der Rezession erreicht, die sich auch gesamtwirtschaftlich abbildet“, sagt IV-Geschäftsführer Gernot Pagger. Auch der Ausblick auf die nächsten sechs Monate deutet auf keinen Umschwung hin: Fast ein Viertel der Betriebe geht davon aus, das Produktionsniveau nicht halten zu können, der Personalausblick ist zudem überwiegend negativ.

Bemerkenswert: Im Forderungskatalog der Industriellenvereinigung finden die Lohnverhandlungen keine Erwähnung, hier hält man sich zurück. Genannt werden hingegen weniger Bürokratie, eine stabile und leistbare Energieversorgung sowie ausreichend qualifiziertes Personal.

Gewerkschaft: Keine Betriebe in großen Schwierigkeiten
Für Holzapfel ist die Rede vom Abwärtstrend übertrieben. „Ja, es gibt kein Wachstum. Aber welche Betriebe sind wirklich groß in Schwierigkeiten?“ Auch im Vorjahr habe man das gehört, dann sei „auf Teufel komm raus produziert worden“.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Steiermark
24.10.2023 16:20
Loading

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Steiermark
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt