Mi, 19. Dezember 2018

Doch nicht so stark

09.03.2012 09:25

Sonnensturm flaute ohne größere Störungen ab

Nach Warnungen von Weltraum-Experten vor dem stärksten Sonnensturm seit Jahren sind die befürchteten Störungen ausgeblieben. Die Wolke aus geladenen Teilchen, die am Donnerstag gegen 11.45 Uhr MEZ die Erde traf, war am Ende deutlich harmloser als vorhergesagt.

Der Sturm hatte der US-Behörde für Wetter- und Meeresforschung (kurz: NOAA) zufolge keine nennenswerten Auswirkungen auf Stromnetze und Kommunikationssysteme. NOAA-Experte Joseph Kunches räumte am Donnerstagabend ein, dass die Behörde mit der Vorhersage danebengelegen habe. Allerdings sei es "fast unmöglich", genaue Aussagen über das Magnetfeld innerhalb der von der Sonne ausgestoßenen Teilchenwolke zu machen, sagte er.

Möglichkeit weiterer Sonnenstürme
Am Ende erreichte der Sonnensturm nur die niedrigste Stufe. Wegen der anhaltenden Sonnenaktivität könnten sich die Auswirkungen der Sonnenwinde in den kommenden 24 Stunden allerdings verstärken. Störungen von Satelliten und Funkverkehr auf der Erde seien weiter möglich, so NOAA-Experten.

Plasma mit 6,4 Millionen km/h unterwegs
Der Sonnensturm, eine magnetische Störung der sogenannten Magnetosphäre der Erde, begann mit einer Sonneneruption der Kategorie X1 in der Nacht von Sonntag auf Montag. Aufnahmen davon hatte das NASA-Sonnenobservatorium SDO zur Erde gefunkt (Bericht in der Infobox). Dabei wurde Plasma ausgestoßen und mit einer Geschwindigkeit von 6,4 Millionen Kilometern pro Stunde ins Weltall geschleudert. Weitere Eruptionen der Kategorie X ereigneten sich in der Nacht auf Mittwoch.

Die NOAA hatte angesichts der Macht der Eruptionen ursprünglich vom womöglich heftigsten Sonnensturm seit Ende 2006 gesprochen und ihn auf ihrer fünfstufigen Skala bei Stärke drei eingeordnet. Auch die US-Weltraumbehörde NASA hatte vor einem "schweren" magnetischen Sturm gewarnt.

Da die Sonnenaktivität anhalte, könnten in den kommenden Tagen weitere Sonnenstürme die Erde treffen. Fluggesellschaften hätten bereits reagiert und Flugrouten über die Erdpole umgeleitet, sagte NOAA-Experte Kunches.

Maximum der Sonnenaktivität Mitte 2013
Für Mitte 2013 rechnen Experten mit einem Maximum der Sonnenaktivität - aus ihren Außenschichten werden dann besonders oft große Gaswolken ins All geschleudert. Die Aktivität schwankt im Rhythmus von etwa elf Jahren und nimmt seit 2010 wieder zu. In den nächsten eineinhalb Jahren wird es wohl noch mehrere Sonnenstürme geben, die stärker werden. Wie viele es sein werden, kann nicht vorhergesagt werden.

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