Mo, 10. Dezember 2018

Bossi wettert

06.03.2012 11:10

"Monti riskiert sein Leben - Norditalien wird ihn ermorden"

Umberto Bossi, Chef von Italiens rechtspopulistischer Oppositionspartei Lega Nord, sorgt für heftige Entrüstung in seinem Land. Auf die Frage von Journalisten, ob die Regierung von Ministerpräsident Mario Monti seiner Ansicht nach auch nach Ende der Legislaturperiode im Frühjahr 2013 im Amt bleiben werde, antwortete Bossi am Montag: "Monti riskiert sein Leben - Norditalien wird ihn ermorden."

Bossi sagte dies in Bezug auf die großen Opfer, die seiner Ansicht nach das Expertenkabinett des parteiunabhängigen Premiers vom industriereichen Norden fordere.

"Bossi spricht wie ein Terrorist"
Bossis Worte lösten hitzige Reaktionen in politischen Kreisen aus. "Bossi spricht wie ein Terrorist. Die verbale Gewalt des Lega-Chefs hat ein gefährliches Niveau erreicht. Die Lega soll auf Distanz zu den inakzeptablen Worten Bossis gehen, die zur Gewalt aufhetzen", erklärte etwa der Sprecher der Mitte-links-Partei "Italien der Werte", Massimo Donadi, am Dienstag.

Unter dem Druck heftiger Kritik relativierte Bossi später seine umstrittenen Aussagen: "Ich bin missverstanden worden. Nicht Monti riskiert sein Leben - er droht uns mit Mord. Er nimmt uns das ganze Geld weg. Die Norditaliener haben es satt."

Symbol des Protests der Norditaliener
Der 70-jährige Bossi gilt als provokantester aller italienischen Politiker und als Symbol des Protests der Norditaliener gegen die angeblich "korrupte" Politik Roms und deren Zentralismus. Bossi bezeichnet sich als überzeugten Separatisten. Seine Pläne, Norditalien vom Rest des Landes abzuspalten und in die "Republik Padanien" umzuwandeln, sorgen seit Jahren regelmäßig für Aufregung.

Wegen der akuten Schuldenkrise sei Norditalien laut dem Lega-Chef nicht mehr in der Lage, mit seinen Steuern den teuren Zentralstaat und den armen Süden des Landes zu erhalten. "Ein positives Jahr wartet auf uns, Padanien nimmt Formen an", versicherte Bossi im Jänner. Doch an die Sezession glaubt in der Lega niemand wirklich.

Die Lega Nord ist die einzige Oppositionspartei im italienischen Parlament, die die Regierung Monti nicht unterstützt. Nach dem Sturz des Kabinetts von Silvio Berlusconi im vergangenen November hatte Bossis Partei ihre langjährige Allianz mit Berlusconis Partei "Volk der Freiheit" beendet und sich für die Opposition entschieden.

Monti: "Zweites Mandat unwahrscheinlich"
Im Frühjahr 2013 sind in Italien Parlamentswahlen geplant. Monti selbst hält eine Verlängerung seines Mandats nach Ende der Legislaturperiode für unwahrscheinlich. "Wenn ich und meine Minister unsere Arbeit gut machen, gibt es wenig Chancen, dass man uns bitten wird, im Amt zu bleiben", so der 68-jährige Premier.

Monti erklärte, seine Regierung bemühe sich, die Steuerhinterziehung zu bekämpfen, die öffentliche Verwaltung zu modernisieren und die Konkurrenz zu fördern, was das Wirtschaftswachstum unterstützen soll. Dies werde zur Eindämmung der Verschuldung in Italien führen. "Wir können nicht verlangen, dass wir in zwölf oder 15 Monaten einen Generationswechsel zu Ende bringen, der Jahre benötigt. Wichtig ist aber, diesen Prozess in Gang zu bringen", betonte der Wirtschaftsprofessor.

"Die Welt sieht ein, dass sich Italien ändert"
Italien habe dank der Sanierungsbemühungen seine Glaubwürdigkeit auf dem internationalen Parkett zurückgewonnen. "Die Welt sieht, dass sich Italien ändert und dass das Land versucht, ein transparenteres Regierungssystem in Gang zu bringen", gab sich Monti optimistisch.

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