Heimische Herausgeber wehren sich gegen Förderungen für ausländische Gastronomieführer mit Steuergeld.
Der Gastronomieführer Guide Michelin soll nach Österreich zurückgeholt werden. Darüber sind sich alle Parteien einig. Ein Mysterium ist allerdings die Finanzierung. Dem Vernehmen nach geht es um mehrere Hunderttausend Euro. Laut Tourismus-Staatssekretärin Susanne Kraus-Winkler (ÖVP) ist eine Direktfinanzierung durch den Bund nicht zulässig. Die konkreten Verhandlungen würden allerdings „der Verschwiegenheit unterliegen“.
Diese werden von der Staatssekretärin und dem Tourismusverband geführt. Die Branche freut sich über die im Tourismusausschuss beschlossene Rückkehr des Gastronomieführers, andere sind weniger glücklich.
Heimische Herausgeber sind sauer
Die Herausgeber der heimischen Gastroführer Falstaff und Gault&Millau, Wolfgang Rosam und Martina Hohenlohe, sehen hier eine „EU-widrige Ungleichbehandlung“. Sie finden es zwar gut, wenn Michelin wieder in Österreich testet. Es gehe aber nicht, dass Michelin öffentliche Gelder bekomme, während die heimischen Restaurantguides keine Förderung erhalten: „Das werden wir so nicht hinnehmen“, erklärten Rosam und Hohenlohe unisono.
ÖVP-Mandatar Franz Hörl sagte im Ausschuss, dass „große Kräfte“ eine Rückkehr des Michelin verhindern wollen, nannte aber keine Namen. Julia Seidl von den NEOS hat auch kein Verständnis für die Kritik der Herausgeber. Die Gastroführer würden über Inserate einiges an Steuergeld bekommen, sagte sie im Gespräch mit der „Krone“. Und der Michelin-Guide sei eine wichtige Werbefläche, so Seidl.
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