Australian Open

Wahnsinnsfinale nach sechs Stunden an Novak Djokovic

Sport
29.01.2012 15:35
So ein Finale hat die Tennis-Welt noch nicht gesehen! Was Novak Djokovic und Rafael Nadal am Sonntag im Endspiel der Australian Open ablieferten, wird definitiv in die Geschichte eingehen: Nach fast sechs Stunden Spielzeit holte sich Djokovic den Sieg in Melbourne dank eines 5:7-6:4-6:2-6:7(5)-7:5-Erfolgs im längsten Grand-Slam-Endspiel der Geschichte. Für den 24-jährigen Serben ist es bereits der dritte Grand-Slam-Titel in Serie, sein insgesamt fünfter.

Nadal konnte einem an diesem Abend nur leidtun. Denn der 25-jährige Spanier packte seinen legendären Kampfgeist aus, drehte einen 1:2-Satzrückstand in eine 4:2-Führung im fünften Satz. Und doch konnte ihm der Mann mit dem längeren Atem auf der Gegenseite noch Paroli bieten. Ein bisschen war daran wohl auch jener vergebene, leicht zu schlagende Passierball Nadals schuld, der ihm bei 4:2 und eigenem Aufschlag zwei Bälle zum 5:2 gebracht hätte.

Sensationelle Ballwechsel
Doch Djokovic gelang das Rebreak zum 3:4. Zu diesem Zeitpunkt stand bereits fest, dass es das längste Match der Geschichte der Australian Open überhaupt sein würde. Hochklassige, lange Ballwechsel prägten das sehenswerte Spiel, das im Vergleich zu den bereits höchst attraktiven Halbfinali Nadal - Federer und Djokovic - Murray noch um eine Nuance besser war. Es entsprach auch der Stellung der aktuellen Nummern eins und zwei im Herren-Tennis.

Dach musste geschlossen werden
Das Match wurde im vierten Satz bei 4:4 für neun Minuten unterbrochen, da es zu nieseln begonnen hatte und das Dach geschlossen werden musste. Doch der Wandel vom Freiluft- zum Hallenmatch tat der Güte dieses Finales keinen Abbruch und es sollte noch fast zwei Stunden weitergehen. 

Wer gedacht hatte, dass Djokovic nach seinem 4:50 Stunden langen Thriller gegen Andy Murray früher der Atem ausgehen würde, sah sich getäuscht: Djokovic gelang das entscheidende Break zum 6:5 und als er einen Breakball zum 6:6 abgewehrt hatte, nützte der "Djoker" den ersten Matchball zum fünften Major-Sieg seiner Karriere. Besonders bitter für Nadal, der nun schon das siebente Aufeinandertreffen mit dem Serben - allesamt in Finali - hintereinander verloren hat. 

Sitzend bei der Siegerehrung
Um fast 1:45 Uhr morgens (Ortszeit) mussten beide Spieler noch lange warten, ehe mehrere Vorredner ihren Part beendet hatten. Mittlerweile hatte man den beiden völlig erschöpften Protagonisten einen Stuhl und Wasser gereicht. "Guten Morgen", begrüßten beide Spieler unisono das Publikum und sie meinten damit wohl hauptsächlich tatsächlich die Tageszeit und weniger die langatmigen Reden davor.

"Rafa, du bist einer der besten Spieler der Geschichte und auch einer der geschätztesten auf der Tour. Wir haben heute Geschichte geschrieben und leider kann es nicht zwei Sieger geben. Ich hoffe, dass wir noch viele weitere Matches wie dieses und viele weitere Finali spielen", zollte ein fairer Djokovic seinem guten Freund allen Respekt.

Nadal hatte seinem Bezwinger bereits zuvor gratuliert. "Ich werde dieses Match nie vergessen. Auch wenn ich verloren habe, war es wirklich etwas Spezielles für mich. Vielen Dank. Ich werde wiederkommen und werde weiterkämpfen", versprach er den begeisterten 15.000 Zuschauern, die fast ausnahmslos bis in die Morgenstunden in der Rod-Laver-Arena geblieben waren.

Fast 700.000 Zuschauer
Ein Sinnbild für den großen Erfolg dieses Major-Turniers, das mit nicht weniger als 686.000 Zuschauern in den zwei Turnierwochen neuerlich einen neuen Rekord für diese Veranstaltung markiert hat. Der bisherige Rekord aus dem Jahr 2010 wurde um mehr als 32.000 Fans überboten. Die Veranstalter versprachen, die Anlage weiter zu vergrößern, und wollen nun auch das drittgrößte Stadion, die Margaret-Court-Arena, mit einem Dach bestücken.

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