04.01.2012 15:15 |

Blut und Dosenbier

Holländische Prolos jagen Zombies: "New Kids Nitro"

Vorsicht! Es wird sehr ordinär. Witze mit Behinderten? Sex vor laufender Kamera mit einer schwangeren, biersüchtigen Supermarktverkäuferin? Aufrechte Friesen als Zombies veräppeln? All das kommt in dem Film vor - und noch viel mehr. Nur eines scheint es in der rabenschwarzen holländischen Proll-Klamotte "New Kids Nitro" (Kinostart: 5. Jänner) nicht zu geben: irgendwelche Hemmungen oder Tabus.

Wahrscheinlich werden die ständig Hofer-Bier saufenden Sozialhilfe-Fälle Richard, Gerrie, Robbie, Rikkert und Barrie erneut und im Handumdrehen an die Spitze der Charts vorstoßen. Schließlich geht es in "Nitro" noch brutaler, blutiger und blöder zu als in "New Kids Turbo".

Als dieser erste Streich der Drehbuchautoren und Regisseure Steffen Haars und Flip van der Kuil im vergangenen Frühjahr auf Anhieb die Charts eroberte, rieben sich manche die Augen. Holland statt Hollywood, Prollkult statt Poesie? Rasch war klar, dass Manta-Manie und die Vokuhila-Welle vielleicht ein wenig in Vergessenheit geraten, aber im Unterbewusstsein weiter Teile der Bevölkerung noch stark verankert waren.

Jetzt also der nächste Anschlag auf das, was Bildungsbürger für guten Geschmack halten mögen. Grellgrün ist der tiefgelegte Manta. Mit dem fahren die "Jongen" aus dem längst berühmten Dorf Maaskantje erst illegale Autorennen und dann - nach Umbau zum Panzer - auf Bitten des Haager Verteidigungsministeriums Richtung Norden in den Krieg.

In der niederländischen Provinz Friesland hat ein Meteoriteneinschlag dazu geführt, dass all die harmlosen Milchbauern und Fischer zu brandgefährlichen Zombies wurden. Blut spritzt in rauen Mengen - auch immer wieder auf die stolze Fahne der Friesen, denen die Holländer, wie es scheint, schon lange mal kräftig einen mitgeben wollten. Ein blutiger Stunt jagt den anderen, auf jede Gemeinheit folgt eine noch fiesere.

Das sagt "Krone"-Kinoexpertin Christina Krisch zum Film: Der patentiert-schräge, prollige Humor der Schnurrbart-Träger wird bei der eingefleischten Fangemeinde sicherlich ein weiteres Mal ziehen. Alle anderen vermag die arg postpubertäre, testosterongepuschte Rüpel-Action wohl kaum zu fesseln. Star-Figaros dürften ob des haarsträubenden Frisuren-Stylings der schlagkräftigen Herrn überhaupt im Sauerstoffzelt landen und nach einer Schere wimmern.

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