Beteiligungsprozess

Die Innsbrucker sollen bei Marktviertel mitreden

Politik
19.07.2023 08:00

Name „Ponte Sarajevo“ für die geplante neue Innbrücke vom Marktplatz nach Mariahilf ist fix: Für das gesamte Projekt Marktviertel Innsbruck soll es einen Bürgerbeteiligungsprozess geben. Die Kleinfraktionen im Gemeinderat teilen die Begeisterung der größeren Parteien nur teilweise. 

Innsbrucks neue städtebauliche Studie für ein Marktviertel direkt am Inn könnte noch für einige Debatten im Vorfeld der Gemeinderatswahl 2024 sorgen. Die Kleinfraktionen teilen jedenfalls die Begeisterung der großen Parteien nur teilweise, wie sich am Tag nach der Präsentation am Montag zeigte.

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Viele Städte zeigen mittlerweile vor, wie man einen Fluss besser nutzen kann und ihn für die Menschen erlebbar macht. Wir hinken sehr hinterher.

Julia Seidl, Gemeinderätin der Neos

Kühlende Wirkung des Inn
Neos-GR Julia Seidl freut sich, dass im Bereich Marktviertel endlich etwas weitergeht. „Diese Flächen sind zentraler Bestandteil des urbanen Stadtlebens und müssen besser genutzt werden. Das ganze Viertel bietet enorme Chancen und kann ein neues, belebtes Zentrum der Stadt werden.“ Wichtig sei, den Inn als verbindendes statt trennendes Element zu sehen. Auch dürfe man im Sommer die kühlende Wirkung nicht unterschätzen. „Im Rahmen unseres partizipativen Prozesses war ,Innsbruck an den Inn’ ein sehr wichtiges, emotionales Thema. Die Menschen haben ein großes Bedürfnis, den Inn näher in das Stadtleben zu integrieren“, weiß GR Seidl. Apropos Partizipation: Sobald das Projekt konkreter wird, soll es auf jeden Fall einen Bürgerbeteiligungsprozess geben, heißt es dazu im grünen Bürgermeisterbüro.

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Die plötzliche Begeisterung für die Umgestaltung des Marktviertels ist trügerisch! BM Willi hat Versprechen bisher nicht gehalten.

Thomas Mayer, Gemeinderat der Liste Fritz

Erinnerung an Wahlversprechen
„Das Thema ist bekannt und wird bereits seit den 1990er Jahren diskutiert. Zahlreiche Studien, Entwürfe und Ideen wurden im Zusammenhang mit dem Marktviertel präsentiert und auch verworfen. Passiert ist jedenfalls nichts, wohlgemerkt bis heute nicht“, sagt Liste-Fritz-GR Thomas Mayer. „Nun, ein halbes Jahr vor den anstehenden Gemeinderatswahlen, erinnert sich plötzlich BM Georg Willi an eines seiner Wahlversprechen von 2018. Die ungewohnte Einigkeit der Stadtsenatsfraktionen FI, SP, ÖVP sowie der FPÖ ist befremdlich“, betont Mayer. „Für BM Willi und die anderen Fraktionen mag das Mega-Millionenprojekt Marktviertel oberste Priorität haben, für das Gerechte Innsbruck jedoch mit Sicherheit nicht“, sagt GR Gerald Depaoli, „die Innsbrucker brauchen aktuell leistbare Energie und Maßnahmen gegen die Teuerung!“

ALI ortet Drüberfahrpolitik
„Offensichtlich haben die etablierten Parteien aus den Fehlern der Drüberfahrpolitik der Vergangenheit nichts gelernt“, erklärt ALI-GR Mesut Onay, „eine Politik, die zuerst Projekte fertig plant und dann erst die Bevölkerung einbindet, gehört samt politischem Personal überwunden!“

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