Do, 16. August 2018

Schon elf Leichen

16.12.2011 10:10

US-Serienmörder hält Long Island weiterhin in Atem

Elf teils brutal zerstückelte Leichen, verängstigte Anrainer, bislang keine Hinweise auf den Täter und zahlreiche Spekulationen: Das sind nicht etwa die Angaben zu einem neuen Hollywood-Thriller, sondern die Zutaten eines ganz realen Horrors: Ein mittlerweile auf den Namen "Long Island Serialkiller" getaufter Mörder hält seit einem Jahr das idyllische Long Island im US-Bundesstaat New York in Atem. Jetzt wurde die Leiche jener vermissten Frau gefunden, die den Fall erst ans Tageslicht gebracht hatte.

Eigentlich auf der Suche nach der 24-jährigen Prostituierten Shannan Gilbert, die seit Mai 2010 spurlos verschwunden war, stieß die New Yorker Polizei in der Region Suffolk County im Dezember des Vorjahres nahe der Ortschaft Oak Beach auf eine Leiche. Seither wurden neun weitere Leichen bzw. deren zerstückelte Überreste – zum Teil über viele Kilometer verstreut - in dem Gebiet um die Schnellstraße Ocean Parkway gefunden.

Bei den Opfern handelte es sich um acht Frauen, ein Kind und einen Mann. Die meisten der weiblichen Opfer waren Prostituierte, die - wie auch Gilbert - über die Website "Craigslist" ihre Services angeboten hatten. Die Überreste einer der Frauen sowie des Kindes und eines Asiaten in Frauenkleidern konnten bis heute nicht identifiziert werden. Eines war jedoch gewiss: Shannan Gilbert befand sich nicht unter den Toten.

Bizarre Wendung: Gilbert laut Ermittlern kein Mordopfer
Das Schicksal der 24-Jährigen, deren Verschwinden die Untersuchung ja erst ins Rollen gebracht hatte, blieb im Dunkeln - bis nun mit unheimlich anmutendem Timing fast aufs Jahr genau nach dem Fund der ersten Toten jetzt auch Gilberts Leiche in dem Sumpfgebiet entdeckt wurde. Und in einer weiteren - nicht unumstrittenen - Wendung geht die Polizei nun davon aus, dass die junge Frau – offenbar auf der Flucht vor einem Freier – ertrank und nicht zu den Opfern eines möglichen Serienmörders gezählt werden kann.

Doch ob nun zehn, elf oder gar noch mehr Opfer: Dem Serienmörder konnte die Polizei trotz 1.200 Hinweisen aus der Bevölkerung, einer Belohnung von 25.000 Dollar und einem massiven Ermittlungsaufgebot bislang nicht auf die Schliche kommen. Suchmannschaften, Spürhunde, Polizeitaucher, berittene Polizisten, Metalldetektoren und schweres Gerät förderten außer den elf Leichen keinerlei Beweise zu Tage, die zu einem Täter führen könnten. Auch das FBI wurde auf der Suche nach Hinweisen in die Ermittlungen mit einbezogen – jedoch ohne Erfolg.

Fall lässt wilde Spekulationen wuchern
Die Angst in der Bevölkerung der kleinen Orte entlang der Tatorte wuchs indessen mit jedem weiteren Leichenfund ebenso wie das Interesse der Medien an dem mysteriösen Fall. Angesichts der spärlichen offiziellen Informationen wucherten die Spekulationen. So äußerten Ermittler die Vermutung, dass der Täter die Ermittlungsmethoden der Polizei genau kenne oder gar selbst Polizist sein könnte.

Einer anderen Theorie zufolge könnten mehr als ein Serienmörder den Dünenstreifen benutzt haben, um sich ihrer Opfer zu entledigen. Dem Professor für forensische Psychologie, Louis B. Schlesinger, zufolge gehe die Wahrscheinlichkeit, dass mehrere Täter im gleichen Zeitraum auf Long Island Serienmorde begangen haben, aber gegen null. Eine weitere Variante wiederum bringt den bereits zu lebenslanger Haft veurteilten Serienmörder Joel Rifkin ins Spiel. Rifkin hatte gestanden, in den 1990er-Jahren 17 Prostituierte auf Long Island umgebracht zu haben.

Long Island bleibt im Bann des Mörders
Nicht nur das idyllische Long Island dürfte wohl noch auf unbestimmte Zeit im Bann des "Long Island Serialkiller" bleiben. Mit diversen spekulativen Theorien zu der Mordsiere befasste sich erst im November ein zweistündiger Dokumentarfilm des US-Senders A&E. Und eine eigens eingerichtete Website widmet sich auch im Internet der mysteriösen Mordserie.

Noch nicht abgeschlossen ist der Fall auch für die Angehörigen von Shannan Gilbert. Die Theorie der Polizei, ihre Tochter sei in dem Sumpfland "nur" ertrunken, will die trauernde Mutter (letztes Bild) der 24-Jährigen jedenfalls nicht akzeptieren. Sie sagte gegenüber der "New York Times", sie wolle dem Mörder eines Tages in die Augen sehen und ihn fragen: "Wer hat dir so sehr wehgetan, dass du jetzt anderen wehtun musst?"

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