Trotz Gefängnisstrafe

Wie ein Neonazi die Griechen-Wahl beeinflusste

Ausland
26.06.2023 11:41

Der Neonazi Ilias Kasidiaris hat aus dem Gefängnis heraus starken Einfluss auf die griechischen Parlamentswahlen gehabt. Die rechtsextreme Partei Spartiates (Spartaner) schaffte es durch ihn aus dem Stand als fünftstärkste Kraft mit 4,6 Prozent ins Parlament - obwohl sie davor völlig unbekannt war.

Grund dafür sei ein Wahlaufruf von Kasidiaris an seine Anhängerschaft gewesen, berichteten griechische Medien am Montag. Der Parteichef der Spartiates, Vassilis Stigas, bedankte sich noch am Wahlabend: „Die Unterstützung von Ilias Kasidiaris war der Treibstoff für das Wahlergebnis“, sagte er vor Journalisten.

Kasidiaris war zuvor mehrfach vor Gericht mit dem Ansinnen gescheitert, selbst bei den Wahlen zu kandidieren. Er gehörte zum Führungskader der Neonazi-Partei „Goldene Morgenröte“, die viele Jahre im Parlament vertreten war, bevor die gesamte Spitze wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung und anderer Straftaten verurteilt wurde und seither im Gefängnis sitzt.

Rechtsextreme Anhänger folgten Ruf
Vor den Wahlen soll Kasidiaris durch seinen Anwalt angekündigt haben, die Partei Spartiates mit aller Kraft zu unterstützen, schrieb die Tageszeitung „Kathimerini“. Diesem Ruf seien seine Anhänger gefolgt.

Bei den Wahlen hat die konservative Partei Nea Dimokratia mit 40,6 Prozent der Stimmen klar gewonnen. Weil die stärkste Partei bei dieser Wahl laut Wahlgesetz mindestens 20 Mandate zusätzlich im 300-köpfigen Parlament erhält, können die Konservativen mit einer Mehrheit von rund 160 Mandaten die künftige Regierung bilden.

Zweitstärkste Kraft wurde die Linkspartei Syriza unter Alexis Tsipras mit 17,8 Prozent. Die Sozialdemokraten (Pasok) kamen auf 11,9 Prozent und die kommunistische Partei KKE auf 7,7 Prozent. Den Sprung über die Drei-Prozent-Hürde schafften auch die ultraorthodoxe Partei Niki (3,7 Prozent) und die Linkspartei Plefsi Eleftherias mit 3,2 Prozent.

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