Das kommende Jahr 2024 soll (österreichweit) ein Aktions-Jahr gegen Hass und Hetze werden, sind sich die beiden ÖVP-Politiker Wolfgang Hattmannsdorfer und Claudia Plakolm einig. Sie lancierten bei der gerade laufenden Konferenz der Landesjugendreferentinnen in Salzburg einen entsprechenden Beschlussvorschlag.
Staatssekretärin Plakolm hat bereits auf EU-Ebene ein europaweites „Jahr gegen Hass“ ins Spiel gebracht, nun geht es um eine Verankerung von vor allem vorbeugenden Maßnahmen auch auf Länderebene – mit Schwerpunkt Jugendliche. Landesrat Hattmannsdorfer sagt dazu: „Gewalt und Hass dürfen weder im analogen Leben noch im digitalen Raum Platz haben. Unsere Initiative soll präventive Maßnahmen und Aktivitäten bündeln, mit denen wir Jugendliche in diesem Bereich aufklären und sensibilisieren. Dazu müssen wir auch unsere Mitarbeiter im Jugendbereich entsprechend ausbilden.“ „Wir wollen nicht, dass Hass und Radikalismus unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt bedrohen“, ergänzt Plakolm.
Durch Vorurteile motivierte Gewalt
Das Problem ist groß. Der „Hate Crime Bericht“ des Bundesministeriums für Inneres dokumentierte für das Jahr 2021 insgesamt 6619 Vorurteilsmotive bei 5464 Straftaten in Österreich. Allein im Bereich der vorurteilsmotivierten Gewaltkriminalität wurden 2091 Opfer gezählt. Sie wurden (stellvertretend für ihre Gruppe) Zielscheiben von Gewalt aufgrund (beispielsweise) ihrer Hautfarbe, ihrer Religion oder ihrer sexuellen Orientierung.
Verharmlosung des Holocaust
Laut der Studie „Antisemitismus in Österreich“ (2022) des Parlaments geben sechs von zehn Personen an, schon einmal antisemitische Äußerungen gehört zu haben, am häufigsten in sozialen Medien. Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen unter 25 Jahren lässt sich zwar kein eindeutiges Muster erkennen, sie sind gemäß der Studie aber in manchen Fragen antisemitischer eingestellt als Menschen über 25 Jahre - etwa, wenn es um Aussagen geht, die den Holocaust verharmlosen.
Ein Vorschlag für den Beschluss
Was soll also beschlossen werden? Dieser Vorschlag: „Die LandesjugendreferentInnenkonferenz betont die Wichtigkeit von Initiativen gegen Antisemetismus bzw. Hass und Hetze als Unterstützung für direkt oder indirekt Betroffene, aber auch im Sinne der Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts und der Demokratie in Österreich. Gerade die außerschulische Jugendarbeit kann durch ihre breitflächigen und niedrigschwelligen Angebote Jugendliche sensibilisieren, aufklären, informieren und unterstützen.“









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