Demo in London
Tausende protestierten für Abtreibungsrecht
Am Samstag haben mehrere tausend Menschen für eine Lockerung des Abtreibungsrechts in London protestiert. Sie forderten unter anderem, eine Frau freizulassen, die über den Stand ihrer Schwangerschaft gelogen hatte, um noch ein Abtreibungsmedikament per Post zu bekommen.
Carla Forster war am Montag zu zwei Jahren und vier Monaten Haft verurteilt worden, die Hälfte ihrer Strafe wurde jedoch zur Bewährung ausgesetzt. „Lasst Carla Forster frei“, forderten die Demonstrierenden am Samstag in London und verwiesen dabei auf das Selbstbestimmungsrecht von Frauen. Die 44-Jährige ist bereits Mutter von drei Kindern und hatte sich von einer Schwangerschaftsberatungsstelle während des Lockdowns ein Abtreibungsmedikament schicken lassen. Zu diesem Zeitpunkt war Forster in der 32. bis 34. Woche schwanger, log aber über den Stand.
In England, Wales und Schottland sind Schwangerschaftsabbrüche bis zur 24. Woche erlaubt. Damit gilt die Fristenregelung länger als in Österreich. Hierzulande ist ein Schwangerschaftsabbruch innerhalb der ersten drei Monate straffrei. Ausnahmefälle für spätere Abtreibungen sind beispielsweise ein jugendliches Alter der Schwangeren (unter 14 Jahre), eine ernste Gefahr für ihr Leben oder eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass das Kind mit einer geistigen oder körperlichen Behinderung auf die Welt kommen würde.
Statistisch gesehen führen - wie im Fall von Carla Forster - vor allem jene Frauen eine Abtreibung durch, die bereits Kinder haben. Dennoch ist oft das Vorurteil zu hören, dass es sich dabei überwiegend um Jugendliche handle.













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