Fall in Graz-Umgebung

Ehemaliger Polizist soll Hunde gequält haben

Steiermark
16.06.2023 13:56

Am Freitag wurde eine unfassbar grausame Tierquälerei bekannt: Ein 51-jähriger ehemaliger Polizist soll sich als Hundetrainer ausgegeben und Vierbeiner in Graz-Umgebung mit brutalen Methoden trainiert haben, um sie zu resozialisieren. Der Fall beschäftigt gleich mehrere Dienststellen, da der Mann als Frühpensionist erst gar nicht als Hundetrainer tätig sein hätte dürfen. Nach einer Hausdurchsuchung wird er wegen Tierquälerei und Betrug angezeigt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. 

Bereits seit Herbst des vergangenen Jahres ermittelt die Polizei in der Steiermark. Ins Rollen gebracht hat den schlimmen Fall eine anonyme Anzeige aus Deutschland, Anzeigen des österreichischen Berufshundeverbands und des Veterinärreferats folgten. Dabei wurden den Ermittlungsbehörden unter anderem Videos von fragwürdigen Trainingseinheiten des besagten Mannes aus Graz-Umgebung übermittelt, der unter dem Verdacht massiver Tierquälerei steht. Seit 2020 soll er sich äußerst brutaler Methoden bedient haben, um Hunde zu trainieren.

Videos als Beweis
Auf den Videos ist zu sehen, wie der 51-Jährige die TIere offensichtlich quälte und sich auf sie kniete. Die Vierbeiner soll er etwa über lange Zeiträume am Boden fixiert haben, auch Tritte in die Weichteile und Würgehalsbänder zählten zu seinen gängigen Praktiken. Einen Hund soll er zur Disziplinierung sogar auf die Motorhaube eines Fahrzeugs gespannt haben. Die beispielhaft angeführten Methoden führten in der Folge zu einer seitens der Staatsanwaltschaft Graz angeordneten Hausdurchsuchung beim 51-Jährigen. Dabei stellten Polizisten unter anderem elektronische Beweismittel sicher.

Keine offizielle Ausbildung
Die darauffolgenden Ermittlungen ergaben, dass der 51-jährige Frühpensionist im Internet und auf seinem Youtube-Kanal offenbar die Resozialisierung von sogenannten „Problemhunden“ in kürzester Zeit anbot. Polizeisprecher Markus Lamb bestätigt die Vorwürfe: „Dem Verdächtigen fehlt jegliches Unrechtsbewusstsein, er stellt sich als Retter für Problemhunde dar.“ Der 51-Jährige habe außerdem keine offizielle Ausbildung und sei auch kein Hundeführer bei der Polizei gewesen. Der 51-Jährige selbst zeigte sich bei der Einvernahme zu den praktizierten Methoden an und für sich geständig. Dabei sei er sich selbst jedoch keiner Schuld bewusst. Seine Methoden seien der einzig richtige Weg. 

Nachahmerin in Gralla
Seine Vorträge, die er in Deutschland gehalten hat, dürften außerdem eine Nachahmerin im südsteirischen Gralla „inspiriert“ haben. Sie steht im Verdacht, einem Hund Fußtritte bei einem gemeinsamen Training in Gralla (Bezirk Leibnitz) zugefügt zu haben. Auch die Lebensgefährtin (42) des Mannes wird wegen des Verdachts der Beihilfe und Anstiftung zur Tierquälerei an die Staatsanwaltschaft Graz angezeigt. 

Zeugenaufruf
Die Polizeiinspektion Hitzendorf sucht nun nach Hinweisen zu möglichen Zeugen bzw. Geschädigten in Zusammenhang mit den genannten Trainingsmethoden. Hinweise bitte an: Tel. 059133/6141 bzw. per Mail an PI-ST-Hitzendorf@polizei.gv.at.

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