Kein Zeitplan in Sicht

„Brexit-Stimmung“ im Streit um neuen Bahnhof

Vorarlberg
27.05.2023 11:25

Wo genau es hingehen soll und wer am Zug ist, scheint auf politischer Ebene in Bregenz keiner mehr so genau zu wissen. Doch eine Abteilungsleiterin schreitet unbeirrt voran, sucht den Dialog mit Vertretern des Landes, der ÖBB und den Eigentümern.  

Als absolute Koryphäe hatte der Bregenzer Bürgermeister Michael Ritsch seine Neuerwerbung einst gepriesen. Die Deutsche Andrea Krupski von Mansberg war an der Planung der Hamburger Hafencity maßgeblich beteiligt. Nun hat sie ihr Herz für das Projekt „Bregenz Mitte“ entdeckt - und treibt dieses unbeirrt voran. Zwischenrufe der Politiker prallen an einer Mauer aus „Krupski-Stahl“ ab. Ebenso die Inhalte einer fragwürdigen Pressekonferenz, bei der Ritsch vergangene Woche bekannt gab, dass Land und ÖBB in Sachen Bahnhofsplanung gefragt seien. Die Stadt habe ihre Aufgaben erledigt.

Andrea Krupski von Mansberg treibt ihr Herzensprojekt „Bregenz Mitte“ unbeirrt voran. (Bild: mathis.studio)
Andrea Krupski von Mansberg treibt ihr Herzensprojekt „Bregenz Mitte“ unbeirrt voran.

Das sah Krupski von Mansberg ebenso wie andere Mitglieder der Bregenzer Verwaltungsebene offenbar anders und nahm am Donnerstag sehr aktiv an einem Treffen mit Vertretern des Landes, der ÖBB sowie den Grundstückseigentümer teil. Gesprochen wurde dabei nicht nur über den neuen Bahnhof, sondern das komplette Projekt, das auch eine Verlegung der Seestraße umfassen könnte.

Während Ritsch dem Vernehmen nach im Gastgarten saß, empörten sich einige Mitglieder des Gremiums über dessen Fehlen. „Wir haben einen hässlichen Bahnhof in völlig desolatem Zustand. Die ÖBB werden erst Baumaßnahmen ergreifen, wenn der Neubau fixiert ist. Dass der Bürgermeister bei einem solchen Treffen nicht da ist, finde ich schräg“, meinte ÖVP-Stadträtin Veronika Marte auf „Krone“-Anfrage. Ähnlich sah dies Vizebürgermeisterin Sandra Schoch (Grüne). Sie freute sich aber vor allem darüber, dass sich die Angestellten der Stadt in Sachen Bahnhofsneubau nicht auch noch aufs Abstellgleis begeben hatten. „Die Aussage des Bürgermeisters steht konträr zu dem, was die Verwaltung tut. Ich finde es aber positiv, dass weitere Schritte gesetzt werden.“

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Dass der Bürgermeister bei einem solchen Treffen nicht da ist, finde ich schräg

Veronika Marte

Was das Vorgehen in Sachen „Bregenz Mitte“ angeht, arbeiten vor allem Vertreter von Stadt und Land an einem „Letter of Intent“. In dieser Vereinbarung geht es nicht nur um Einzelprojekte wie etwa eine mögliche Verlegung der Landesstraße, sondern auch um die Kostenverteilung. Liegt dieser vor, können weitere Schritte gesetzt werden.

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Die Aussage des Bürgermeisters steht konträr zu dem, was die Verwaltung tut

(Bild: Pressefoto Scharinger © Daniel Scharinger)

Sandra Schoch

Mit einem Baubeginn für den neuen Bahnhof rechnet Schoch nicht vor dem Jahr 2028. Ab Herbst 2024 wird der Bau mit den legendären Kübeln wohl aus Sicherheitsgründen gesperrt werden und die Infrastruktur in Container verlegt.

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