Granaten werden knapp
Ukraine stellt Munition mit 3D-Druckern her
Täglich werden im Krieg in der Ukraine Tausende Artillerie-Granaten verschossen - sowohl Kiew als auch Moskau leiden unter einem Mangel an Munition. Die ukrainischen Truppen sollen daher schon Granaten rationieren. Um Nachschub für die Front bereitzustellen, wird zudem alternative Munition in 3D-Druckern hergestellt.
Das ukrainische Militär beweist sich als äußerst kreativ, wenn es darum geht, Kriegsmunition für die Verteidigung herzustellen. Wie die „Washington Times“ berichtet, feuert das angegriffene Land etwa 7700 Granaten pro Tag ab - das entspricht einer alle sechs Sekunden. Russland soll Schätzungen zufolge sogar dreimal so viel Granaten täglich abfeuern.
Blindgänger werden recycelt
Die Ukraine würde Munition sparen, indem das Militär wählerischer bei der Auswahl seiner Ziele sei. Russisches Equipment würde im Vergleich zu kleineren Infanterie-Gruppen Vorrang haben. Präzision sei Trumpf, denn jeder Fehlschuss bedeute eine verschwendete Granate. Um den verheerenden Mangel wettzumachen, wird Munition in heimlichen, unterirdischen Werkstätten in der Ostukraine mit 3D-Druckern hergestellt. Auch Blindgänger werden recycelt, um mehr Granaten zur Verfügung zu haben.
Besonders für sowjetisch produzierten Systeme soll die Munition knapp sein. Drittstaaten würden der Ukraine jedoch helfen, indem sie sowjetische Munition bei ehemaligen Mitgliedern des Warschauer Pakts kaufen würden und diese Bestände dann an die Ukraine weitergeben. So müssten die ehemaligen Sowjetstaaten keine politischen Konsequenzen von Russland fürchten. Doch die so beschaffte Munition habe auch ihre Tücken, berichtete die Zeitung: Soldaten hätten beobachtet, dass die Artilleriemunition aus unterschiedlichen Ländern auch unterschiedlich genau sei.
„Verfügbarkeit von Artilleriemunition“ als wichtiger Faktor
Es könne sein, dass die Ukraine Teile ihrer Artilleriemunition für die erwartete Frühjahrsoffensive zurückhalte, vermutet die „Washington Post“. Westliche Verbündete hätten zwar zuletzt mehr Artilleriemunition geliefert, im Herbst und Winter könnte es jedoch sein, dass weniger Material geschickt werden könne, erklärte der Militäranalyst Rob Lee vom Foreign Policy Research Institute der Zeitung. Ein langer Krieg könnte somit Russland zugutekommen. „Die Verfügbarkeit von Artilleriemunition ist einer der wichtigsten Einzelfaktoren in diesem Krieg“, wird Lee zitiert.







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