Eine vierfache Mutter aus Salzburg muss um ihren Teilzeit-Job bangen, weil ihre Kinder künftig nicht mehr zusammen in Schule und Kindergarten gehen können. Das Geld braucht die Familie aber. Die Betroffene fordert ein Einlenken der Stadtverwaltung und sagt: „Wir stehen mit dem Rücken zur Wand!“
Kinder und Beruf unter einen Hut zu bringen ist schwierig. Ingrid Eichberger aus Salzburg-Schallmoos weiß das aus eigener Erfahrung: „Das ging bisher auch nur durch das Entgegenkommen des Magistrats.“
Eichbergers vier Kinder im Alter von vier bis neun Jahren besuchen bislang den Bildungscampus Gnigl, wo Volksschule und Kindergarten unter einem Dach sind - nur drei Busstationen von zu Hause entfernt. „Sonst würde ich es wegen Stau und unzuverlässigen Bussen nie rechtzeitig in die Arbeit schaffen“, so Eichberger.
Schulwechsel würde Familie in die Bredouille bringen
Ihr ältester Sohn ist schon in der Volksschule, die älteste Tochter sollte im Herbst folgen, absolvierte den Eignungstest mit Bravour. Doch dann der Schock: Die Schulen im Norden der Stadt seien zu voll. Eichbergers Tochter könne nicht in die Gnigler Schule gehen, solle andernorts eingeschult werden. „Diese Schule liegt aber in einer anderen Richtung, hat keinen Kindergarten“, lässt Eichberger wissen.
Der Magistrat habe dann vorgeschlagen, die vier Kinder im Süden der Stadt unterzubringen. Das würde aber bedeuten, einen Neunjährigen für sein letztes Volksschuljahr aus seinem sozialen Umfeld zu reißen. „Das würde sich außerdem nur mit Auto und ohne Stau halbwegs ausgehen. Die Nachmittagsbetreuung ist nicht gesichert“, so die enttäuschte Mutter. Für sie steht nun ihre Teilzeitstelle auf dem Spiel. Den Job brauche sie aber - nicht zuletzt wegen der massiv gestiegenen Lebenshaltungskosten: „Mein Mann und ich müssen beide arbeiten, sonst geht sich das nicht aus.“
Ich sehe nicht ein, dass ich im 21. Jahrhundert wegen einer Fehlplanung der Stadt Salzburg an den Herd geschickt werden soll und wir Existenzängste haben müssen.
Ingrid Eichberger
„Ich sehe nicht ein, dass ich im 21. Jahrhundert wegen einer Fehlplanung der Stadt Salzburg an den Herd geschickt werden soll und wir Existenzängste haben müssen“, ärgert sich Eichberger.
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