Mi, 15. August 2018

Null Toleranz

20.04.2005 16:57

Absage oder 0:3-Wertung bei Fan-Randalen

Der italienische Fußballverband (FIGC) hat seine Null- Toleranz-Aktion gegen gewalttätige Fans weiter verschärft. Ab sofort werden Spiele auf Anordnung des Polizeichefs nicht angepfiffen oder abgebrochen, wenn es in oder rund um das Stadion zu Ausschreitungen kommt.

Das Spiel wird dann automatisch mit 0:3 gegen den für die Ausschreitungen verantwortlich gemachten Club gewertet. Damit folgt FIGC-Präsident Franco Carraro der harten Haltung von Innenminister Giuseppe Pisanu. Während des Spiels sind die Schiedsrichter seit neuestem ebenfalls verpflichtet, Spiele sofort anzubrechen, sobald gefährliche Gegenstände auf den Rasen geworfen werden.

Schuldfrage schwierig
Bei den Clubs stoßen die unter dem Eindruck der Randale beim abgebrochenen Champions-League-Derby zwischen Inter und dem AC Mailand erlassenen neuen Regeln auf Kritik. Die Clubs fürchten, dass Randalierer gezielt den gegnerischen oder auch den eigenen Club noch leichter schädigen könnten. Außerdem dürfte es bei Fan- Ausschreitungen vor den Stadien schwierig sein, einem der beiden Clubs eindeutig die Verantwortung zuzuschreiben.

13 Randalierer verhaftet
Unterdessen setzte die Justiz ihren Feldzug gegen gewalttätige Fans fort: In Terni wurden 13 Randalierer vorläufig verhaftet. Darunter drei Frauen. Für sechs Personen verhängte der Richter Untersuchungshaft, die übrigen stehen unter Hausarrest. Die Randalierer hatten sich am Rande des Zweitligaderbys zwischen den Clubs aus Terni und Perugia am 9. April Straßenschlachten mit der Polizei geliefert. Bei Zusammenstößen mit rund 50 Randalierern am Bahnhof von Terni waren 21 Polizisten verletzt worden.

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