Fünfeinhalb Monate nach der Massenpanik in einem indonesischen Fußballstadion mit 135 Toten ist auch ein Polizist zur Verantwortung gezogen worden. Der Chef der Sicherheitskräfte, die Anfang Oktober im Kanjuruhan-Stadion im Einsatz waren, wurde am Donnerstag wegen Fahrlässigkeit zu 18 Monaten Haft verurteilt. Zwei weitere angeklagte Polizisten wurden von dem Gericht in der Stadt Surabaya freigesprochen.
Es gebe nicht genügend Beweise dafür, dass diese fahrlässig gehandelt oder absichtlich Menschen Schaden zugefügt hätten, hieß es. Bereits in der vergangenen Woche waren zwei Funktionäre wegen grober Fahrlässigkeit zu Gefängnisstrafen von 18 Monaten beziehungsweise einem Jahr verurteilt worden.
Die Katastrophe gilt als eine der schlimmsten Stadiontragödien weltweit. Nach der Partie zwischen Arema Malang und Persebaya Surabaya hatten Tausende den Platz gestürmt. Einsatzkräfte in Schutzmontur reagierten mit massivem Einsatz von Tränengas und versuchten, die Fans mit Schlagstöcken zurückzudrängen. Es brach völliges Chaos aus. Die meisten Opfer starben an Sauerstoffmangel oder wurden bei dem Versuch, die Notausgänge zu erreichen, zu Tode getrampelt.
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