Jahrelang verging sich ein 37-jähriger Tiroler an kleinen, wehrlosen Mädchen - darunter auch an der Tochter seiner Ex-Freundin. Nun muss der Mann - nicht rechtskräftig - acht Jahre hinter Gitter.
Nervös wippte er mit seinen Füßen. Kein Wunder: Die Vorwürfe gegen den 37-Jährigen wogen schwer. Über Jahre hinweg soll der Tiroler die Tochter seiner Ex-Lebensgefährtin, befreundete Mädchen und sogar sein eigenes Kind sexuell missbraucht haben. „Ich weiß nicht mehr, wie es dazu kam und was ich mir dabei gedacht habe“, zeigte sich der Angeklagte vor Gericht zwar teilweise geständig, ansonsten aber äußerst wortkarg. Nur, dass es zu Übergriffen bei seiner leiblichen Tochter gekommen war, stritt der Mann vehement ab.
Alles ins Rollen brachte übrigens die Mutter eines der Missbrauchsopfer. Über WhatsApp hatte er der Frau geschrieben, dass er mit ihrer Tochter Sex habe und es ihr „sogar gefällt“. Im September des Vorjahres klickten dann die Handschellen.
Zahllose Handyfotos der Missbrauchshandlungen
„Der Angeklagte hat die Taten nicht nur vollzogen, sondern davon auch zahllose Handyfotos angefertigt“, schilderte die Staatsanwältin die traurigen Schicksale der Kleinkinder. Dem Verteidiger blieb angesichts der Therapiebereitschaft seines Mandanten nur um ein mildes Urteil zu bitten.
Bei einem Strafrahmen von ein bis zehn Jahren haben wir am obersten Ende dieses Rahmens ansetzen müssen.
Vorsitzender Richter Norbert Hofer
Diesem Wunsch folgte der Schöffensenat um Richter Norbert Hofer nicht. Vom Vorwurf, seine eigene Tochter missbraucht zu haben, wurde der Tiroler zwar im Zweifel freigesprochen, für die vielen anderen Übergriffe muss er aber für acht Jahre in Haft. Bei einem Strafrahmen von ein bis zehn Jahren habe man „am obersten Ende dieses Rahmens“ ansetzen müssen, meinte Hofer. Zudem wurden den Missbrauchsopfern 40.000 Euro Teilschmerzensgeld zugesprochen. Nicht rechtskräftig.
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