Sa, 18. August 2018

Bisher 259 bewilligt

07.09.2011 13:29

Rot-Weiß-Rot-Card boomt bei Eishockey-Profis

Die Rot-Weiß-Rot-Card, die seit Juli den Zugang zum österreichischen Arbeitsmarkt für Nicht-EU-Bürger regelt, hat bisher recht ordentlichen Absatz gefunden. In den ersten beiden Monaten wurden 259 Bewilligungen erteilt, 31 Mal gab es eine Ablehnung. Auffallend: Während bisher gerade einmal sieben hoch qualifizierte Fachkräfte die Rot-Weiß-Rot-Card erlangt haben, gibt es das größte Interesse bei Sportlern, vor allem bei Eishockey-Profis aus Kanada.

So bestätigt etwa Red Bull Salzburg, dass man für die Kampf- und U-20-Mannschaft zehn Kanadier zugekauft und für sie Arbeitsbewilligungen als Schlüsselkräfte beantragt habe. Dazu kämen Neuerwerbungen aus Kroatien, Japan und den USA, die sich ebenfalls die Rot-Weiß-Rot-Card gesichert hätten.

Das erklärt wohl, wieso die Kanadier an der Spitze der Nationenwertung in Sachen Rot-Weiß-Rot-Card liegen. 27 Karten wurden an Bürger des nordamerikanischen Landes vergeben, auf Platz zwei folgt Kroatien mit 25 Bewilligungen, Rang drei geht an die USA (18) vor Russland (17). Insgesamt gingen Rot-Weiß-Rot-Cards an Bürger aus mehr als 40 Nationen - von Kamerun bis Panama.

Sportvereine führend bei der Branchenwertung
Bei der Branchenwertung führend sind Sportvereine mit 48 bewilligten Karten. Dahinter reihen sich der Sektor Information und Kommunikation (25) sowie der Bereich Banken/Versicherungen (22). Bewilligungen gibt es unter anderem auch bei den Gesundheitsberufen, am Bau sowie im Handel.

Der Löwenanteil an Arbeitsbewilligungen ging an die sogenannten Schlüsselkräfte mit 205 positiven Erteilungen, neben sieben Karten für besonders Qualifizierte gab es noch 30 für Studienabsolventen und 17 Blue Cards, das sind Bewilligungen, die gemäß EU-Vorgaben zu vergeben sind. Rot-Weiß-Rot-Karten für Mangelberufe konnten noch keine vergeben werden, da auf dem Gebiet die Neuregelung erst im Laufe des kommenden Jahres etabliert wird.

Bewilligung auch ohne Deutschkenntnisse
Deutschkenntnisse sind übrigens keine Vorrausetzung für eine positive Bewilligung. Mittels eines Online-Punkterechners können die Bewerber bereit im Vorfeld selbst testen, ob man die nötige Punktezahl erreicht. Dabei gibt es unterschiedliche Punktetabellen für Schlüsselkräfte und Hochqualifizierte. Bei Ersteren kann man maximal auf 75 Punkte kommen, 50 reichen für eine positive Bewilligung.

Die meisten Punkte kann man über die Qualifikation holen, maximal 30 bei Abschluss eines mindestens dreijährigen Studiums. 15 Punkte gibt es für Deutsch- und Englischkenntnisse, was nichts anderes heißt, als dass es der kanadische Eishockey-Profi auch ohne ein Wort Deutsch schaffen kann, zu einer Bewilligung zu kommen.

Hochqualifizierte brauchen keinen fixen Arbeitgeber
Bei den besonders hoch qualifizierten Arbeitskräften benötigt man 70 von 100 Punkten, wobei auch hier über die Ausbildung der höchste Bonus zu lukrieren ist. Größter Vorteil für diese Gruppe: Die Antragsteller müssen im Gegensatz zu den Schlüsselkräften keinen fixen Arbeitgeber vorweisen, sondern können sich ein halbes Jahr frei nach einer adäquaten Beschäftigung in Österreich umsehen.

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