Bestand halbiert

Graureiher werden aus Hass illegal abgeknallt

Kärnten
04.03.2023 18:45

Der Bestand der Graureiher ist in Kärnten seit 2002 um die Hälfte geschrumpft. Der illegale Abschuss aus Hass und Wut ist enorm. Die Vögel werden sogar an ihren abgelegenen Brutplätzen massiv gestört.

Immer wieder werden Graureiher zu Unrecht für den Rückgang der Fische in unseren Gewässern verantwortlich gemacht. Daher wird das Tier auch bejagt und somit vertrieben. „Dabei ist schon lange bekannt, dass Veränderungen des Gewässerökosystems - teilweise durch Pestizide - sowie diverse Fischparasiten dem Fischbestand zusetzen“, heißt es seitens BirdLife. Auch die klimatischen Auswirkungen auf die Wassertemperatur schade der heimischen Fischwelt.

Der Graureiher-Bestand ist in den vergangenen 20 Jahren um die Hälfte geschrumpft. Gab es 2002 noch 164 Brutpaare, so sind es jetzt nur mehr 80. Hauptverantwortlich für den Rückgang ist der Mensch. Und es sind nicht die offiziell genehmigten Abschüsse, denn das Graureiher-Monitoring sei laut BirdLife in Ordnung. „Die enorme Anzahl der illegalen Abschüsse setzt dem Vogel zu. Mir hat ein Arzt einmal erzählt, dass ihm als Dankeschön ein Reiherkopf angeboten worden sei. Der Patient habe ihm einfach erzählt, dass er immer wieder Reiher abschieße und die Köpfe auskoche“, weiß Andreas Kleewein von BirdLife Kärnten. Zudem werden auch abgelegene Brutplätze von Menschen aufgesucht und die Vögel massiv in ihrer Ruhe gestört. „Den Vögeln wird sogar in den Bäumen nachgestellt“, weiß Kleewein.

Ähnlich könnte es bald auch dem Silberreiher ergehen, der immer häufiger auf Äckern gesehen und oft mit dem Storch verwechselt wird. „Das schneeweiße Tier entwickelt sich immer mehr zum Ganzjahresvogel.“ Purpur-, Rallen-, Nacht- oder Kuhreiher sind derzeit nur als Durchzügler in Kärnten anzutreffen. „Mit Glück kann man diese Exoten beim Zwischenlanden antreffen.“

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