Mo, 20. August 2018

273.461 ohne Job

01.09.2011 14:37

Arbeitslosigkeit im August um 0,4 Prozent gestiegen

Die Arbeitslosigkeit ist im August erstmals seit 17 Monaten wieder gestiegen. Im Jahresvergleich nahm sie leicht um 0,4 Prozent oder 849 Personen auf 219.247 zu. Zählt man die 54.214 (-13,8 Prozent) in Schulungen befindlichen Personen dazu, waren im August insgesamt 273.461 Menschen ohne Job. Am stärksten betroffen waren Frauen (+2,2 Prozent), Personen ab 50 Jahren (+4,8 Prozent) und Ausländer (+8,2 Prozent). Nach Bundesländern betrachtet wurde der stärkste Anstieg in Wien (+6,8 Prozent), der stärkste Rückgang in Vorarlberg (-16,3 Prozent) verzeichnet.

Rückgänge wurden hingegen bei Männern (-1,3 Prozent), Inländern (-1,3 Prozent) und Jugendlichen (-2,5 Prozent) verzeichnet. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Jahresvergleich um 24,8 Prozent gesunken, geht aus Zahlen des Sozialministeriums vom Donnerstag hervor. Sieht man von Wien ab, wurden auch im Burgenland (+2,5 Prozent), in Salzburg (+2,0 Prozent) und Kärnten (+1,0 Prozent) mehr Arbeitslose verzeichnet als vor einem Jahr. In allen übrigen Bundesländern ging die Arbeitslosigkeit zurück.

Sozialminister Rudolf Hundstorfer führt den Anstieg der Arbeitslosigkeit von 0,4 Prozent darauf zurück, dass durch den Rückgang der Schulungen, durch die Einbeziehung der Mindestsicherungsbezieher in die Statistik sowie die Öffnung des Arbeitsmarktes für die östlichen Nachbarländer mehr Menschen in der Statistik erfasst werden. Hundstorfer verwies auf die europaweit niedrigste Arbeitslosenquote von 3,7 Prozent (nach EU-Berechnung, Anm.) sowie den Rückgang im Bereich der Jugendarbeitslosigkeit.

Abschwächung am Arbeitsmarkt
Nichtsdestotrotz hält das Sozialministerium fest, dass sich der Arbeitsmarkt leicht abschwächt. Die Arbeitslosigkeit in der Industrie ist im August mit elf Prozent zwar nach wie vor deutlich zurückgegangen, allerdings nicht mehr so stark wie in den vergangenen Monaten. Als "negativer Frühindikator" wird der Anstieg der Arbeitslosigkeit bei den Leiharbeitern um 7,3 Prozent gewertet. Auch die um 6,7 Prozent gesunkene Zahl an offenen Stellen deute auf eine leichte Abschwächung der künftigen Arbeitsmarktentwicklung hin, so das Ministerium.

Weniger Arbeitslose gab es im August nicht nur in der Industrie, sondern auch im Handel (-2,5 Prozent), Bau (-1,9 Prozent) und Tourismus (-0,6 Prozent). Gestiegen ist die Zahl der Arbeitslosen hingegen im Gesundheits- und Sozialwesen (+5,2 Prozent) - eine Entwicklung, die die Arbeitnehmersprecherin der Grünen, Birgit Schatz, auf den Plan ruft.

Es sei an der Zeit zu erkennen, dass der Dienstleistungssektor verstärkt Aufmerksamkeit braucht, so Schatz. Auch seien die "instabilen Verhältnisse, in denen LeiharbeiterInnen herumlavieren, nicht akzeptabel". "Wir brauchen Beschränkungen, die endlich dazu führen, dass Fixanstellungen zunehmen und Leiharbeit zurückgeht", fordert Schatz.

AK über Entwicklung bei Frauen und Älteren besorgt
Arbeiterkammer-Präsident Herbert Tumpel findet die Entwicklung bei Frauen und älteren Menschen "besorgniserregend". Er erwarte, dass bei den Budgetverhandlungen ein Plus für die Arbeitsmarktpolitik herausschaue. Außerdem dürfe es keine weitere Liberalisierung bei der Arbeitszuwanderung geben.

In der Wirtschaftskammer hebt man die positive Entwicklung am Lehrstellenmarkt hervor, was zeige, dass der "Wirtschaftsmotor brummt". Die Zahl der offenen Lehrstellen stieg um 9,3 Prozent, jene der Lehrstellensuchenden sank um 7,7 Prozent.

EU-weitdie niedrigste Arbeitslosenquote
Wie das EU-Statistikamt Eurostat am Mittwoch mitteilte, ist Österreich in der EU immer noch das Land mit der niedrigsten Arbeitslosigkeit (siehe Infobox).Hinter Österreich (3,7 Prozent im Juli nach EU-Berechnung) verzeichneten die Niederlande (4,3 Prozent) und Luxemburg (4,6 Prozent) die niedrigsten Arbeitslosenquoten. Die höchsten Raten meldeten Spanien (21,2 Prozent), Lettland (16,2 Prozent) und Litauen (15,6 Prozent).

Nach Schätzungen der EU-Statistiker waren im Juli in der Europäischen Union insgesamt 22,7 Millionen Menschen (9,5 Prozent) arbeitslos, davon 15,8 Millionen (10,0 Prozent) in der Eurozone.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
28 Stück des 007-DB5
Aston Martin legt Bond-Auto neu auf - mit Gadgets!
Video Show Auto
Kostic kommt
Hütter-Klub Frankfurt reagiert auf Pleiten
Fußball International
Europa-League-Play-off
Fan-Randale: Rapid-Gegner Bukarest droht Strafe
Fußball International
krone.at-Sportstudio
Konsel: „Rapid? Es brennt schon langsam der Hut!“
Fußball National
„Unglamourös“
Hana Nitsche zeigt ehrlichen After-Baby-Body
Stars & Society
Asienspiele in Jakarta
Sex-Skandal um japanisches Basketball-Quartett!
Sport-Mix

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.

Nachrichten aus meinem Bundesland
Die Bekanntgabe Ihres Bundeslandes hilft uns, Sie mit noch regionaleren Inhalten zu versorgen.