Mo, 20. August 2018

Bye-bye Bayern

13.04.2005 09:09

Bayern siegen in letzter Minute - trotzdem CL-Aus

Der FC Bayern München hat im 100. Champions-League-Spiel einen bitteren Abschied vom Olympiastadion genommen. Sechs Tage nach der 2:4-Niederlage in London gewann der deutsche Rekordmeister am Dienstagabend das Rückspiel gegen den FC Chelsea zwar mit 3:2 (0:1), verpasste aber zum vierten Mal nacheinander seit dem Final-Triumph von 2001 den Einzug ins Halbfinale. Mailand-Derby eskalierte, weil der deutsche Schiri Merk einen Treffer nicht anerkannte. Fans warfen daraufhin Feuerwerkskörper. Dabei wurde der AC-Torwart von einer Rakete getroffen...

Vor 59 000 Zuschauern trafen Claudio Pizarro (65.), Paolo Guerrero (90.) mit seinem ersten Europapokal-Tor und Mehmet Scholl (90.+3) für die Bayern, die letztlich an ihrer schwachen Chancenverwertung scheiterten. Frank Lampard (30.) und Didier Drogba (80.) hatten die Engländer zwei Mal in Führung gebracht. Auf den Spitzenreiter der Premier League wartet nun im Halbfinale der Gewinner des Duells FC Liverpool - Juventus Turin.

Wie aus heiterem Himmel gerieten die Bayern nach einer halben Stunde durch den ersten Torschuss des FC Chelsea in Rückstand. Und wie im Hinspiel beim schnellen 0:1 durch Cole war es der Brasilianer Lucio, der den Ball von Lampard unhaltbar für Kahn mit der Hacke ins eigene Tor abfälschte. Vorausgegangen war ein verlorenes Laufduell von Willy Sagnol gegen Joe Cole. Drei Minuten später verhinderte Cech das rasche 1:1, als er einen Distanzschuss von Schweinsteiger mit den Fingerspitzen um den Pfosten lenkte.

Mit der Einwechslung des offensivstarken Mehmet Scholl für Defensiv-Mann Martin Demichelis zog Magath sieben Minuten nach der Pause seinen letzten Trumpf aus dem Ärmel. Nachdem Kahn gegen Damian Duff (60.) das drohende 0:2 verhindert hatte, starteten die Bayern eine eindrucksvolle Schluss-Offensive. Als Cech Ballacks Kopfball nur an den Pfosten lenken konnte, staubte Pizarro zum 1:1 ab und gab den Bayern noch einmal Hoffnung. Die Führung lag zwei Mal in der Luft: In der 69. Minute köpfte Huth nach Flanke von Bixente Lizarazu an die eigene Latte, anschließend rettete Eidur Gudjohnsen nach Ballacks Kopfball auf der Linie. Doch zehn Minuten vor dem Ende machte Drogbas Tor allen Träumen ein

Eklat bei Inter - AC Milan: Abbruch!
Das Mailänder Stadtderby im Viertelfinale der Champions League zwischen Inter und dem AC Milan wird ein Nachspiel bei der Europäischen Fußball-Union (UEFA) haben. Der deutsche FIFA- Schiedsrichter Markus Merk brach die Partie am Dienstagabend nach skandalösen Vorfällen im San-Siro-Stadion beim Stand von 1:0 für Milan ab. In der 73. Minute musste Merk das Euro-Derby zum ersten Mal unterbrechen, als Inter-Fans Milan-Torwart Dida mit einem Feuerwerkskörper an der Schulter verletzten.

Milan hatte vor einer Woche auch das Hinspiel (2:0) gewonnen und wäre souverän ins Halbfinale eingezogen. Nach der Untersuchung der skandalösen Vorfälle durch die UEFA gilt als sicher, dass dem Champions-League-Gewinner von 2003 der Sieg am grünen Tisch zugesprochen wird.

Nach Diskussionen mit seinen Schiedsrichter-Kollegen schickte Merk beide Teams zunächst in die Kabinen, pfiff die Partie aber nach Rücksprache mit dem UEFA-Offiziellen nach 15 Minuten wieder an. Als daraufhin sofort wieder Feuerwerkskörper und Flaschen aus der Inter- Kurve auf den Rasen flogen, brach der deutsche Top-Referee das Viertelfinal-Rückspiel endgültig ab.

Bis zur 73. Minute war die Partie vor 83.000 Tifosi im ausverkauften Stadion in geordneten Bahnen verlaufen. Auslöser für die Randale war das von Merk zu Recht aberkannte Tor durch Inter- Stürmer Esteban Mattias Cambiasso in der 71. Minute.

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