Kickl vor Heimspiel

Blaue segeln mit Rückenwind zur nächsten Wahl

Politik
30.01.2023 17:25

Zugewinne für die FPÖ sind auch in Kärnten vorprogrammiert. Die SPÖ muss dort - ähnlich wie die ÖVP in Niederösterreich - prognostizierte Verluste in Grenzen halten.

Die Freiheitlichen werden im heurigen Jahr noch öfter die Bierflasche heben. Nach dem triumphalen Erfolg in Niederösterreich dürfen sie auch für die kommende Wahl in Kärnten am 5. März mit Zugewinnen rechnen. Ganz so groß dürfe der Erfolg dort aus heutiger Sicht aber nicht ausfallen.

Erstens startet die FPÖ in Kärnten von einem viel höheren Niveau. 2018 machte sie 23 Prozent. Zweitens hat sie mit dem Team Kärnten von Gerhard Köfer und der „Vision Österreich“, eine Partei um den ehemaligen MFG-Landessprecher Alexander Todor-Kostic, mehr Konkurrenz von rechts.

Zulegen ja, aber es wird schwieriger
Die Blauen werden sicher zulegen, aber nicht so stark wie in Niederösterreich, darüber waren sich mehrere Beobachter und Experten im Gespräch mit der „Krone“ einig. Gleichzeitig werden der Landeshauptmann-Partei SPÖ nicht so große Verluste vorausgesagt wie der ÖVP in Niederösterreich.

Inhaltlich sind die Themen in Kärnten ähnlich wie jene in Niederösterreich. Aktuell sind die Menschen über die Inflation, der Zuwanderung und den Krieg in Europa besorgt. Die Corona-Maßnahmen und die Impfpflicht wirken in Kärnten ebenfalls noch nach. Die FPÖ wird aller Voraussicht nach im Wahlkampf auf den bewährten Kurs setzten und Parteichef Herbert Kickl, der selbst gebürtiger Kärntner ist, als Zugpferd bringen. Beim Wahlkampfauftakt Anfang Februar ist er jedenfalls dabei.

Kärntens FPÖ-Spitzenkandidat Erwin Angerer (Bild: Uta Rojsek-Wiedergut)
Kärntens FPÖ-Spitzenkandidat Erwin Angerer

Gegen die FPÖ spricht, dass ihr Spitzenkandidat Erwin Angerer nicht sehr bekannt und auch kein guter Wahlkämpfer ist. Zudem stecken die zahlreichen Skandale der Blauen in Kärnten unter Landeshauptmann Jörg Haider und später Gerhard Dörfler den Menschen noch in den Knochen.

Der besonnene und ruhig agierende SPÖ-Landeshauptmann Peter Kaiser hingegen „ist wie Aspirin nach der Haider-Party“, sagt ein Politikbeobachter. Die 48 Prozent von 2018 wird er freilich nicht halten können. Die Verluste werden aber - sofern nicht irgendwelche Skandale auftauchen oder jemand ungeschickt agiert, nicht so verheerend sein wie in Niederösterreich für die ÖVP, die mit einem Minus von zehn Prozentpunkten ihre Mehrheit in der Landesregierung und im Landtag verspielt hat. Zu dieser Einschätzung kommt die Politikwissenschaftlerin Kathrin Stainer-Hämmerle von der Fachhochschule Kärnten in Villach.

Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) (Bild: APA/Helmut Fohringer)
Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ)

„Die Sozialdemokraten werden natürlich verlieren. Erstens, weil sie Stimmen an die Grünen, die wieder in den Landtag einziehen dürften, verlieren werden. Und zweitens befinden wir uns in einer schwierigen Zeit, in der die Menschen generell unzufrieden sind mit den Regierenden.“ Der Landeshauptmann „ist aber sehr fleißig und haut sich ordentlich rein“, so Stainer-Hämmerle. „Kaiser hat ein gutes Standing und er polarisiert nicht“, sagt auch ein langjähriger Kärntner Journalist. „Er ist höflich im Umgang mit den Menschen und er ist pünktlich und lässt niemanden warten.“

Das blaue Urgestein Andreas Mölzer rechnet im Gespräch mit der „Krone“ ebenfalls mit einem Rückenwind durch die Wahl in Niederösterreich und den Bundestrend. Die FPÖ starte hier aber von einem anderen Standpunkt. Das Team Kärnten werde Stimmen kosten, sagt der Kärntner Mölzer. „Es wird einen bescheidenen Zuwachs geben und die FPÖ wird klar Zweiter.“

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