Brauchtum Sternsingen

Alle folgen dem Stern und überbringen gute Wünsche

Kärnten
02.01.2023 08:01

Magier aus dem Morgenland, Sterndeuter aus dem Osten, die Heiligen Drei Könige oder einfach der Friedl aus der Teichl, der Michl aus der Preining und der Otmar aus der Klachl: Sternsinger sind nicht immer Jugendliche, die für die Armen sammeln, mancherorts halten Erwachsene uraltes Brauchtum lebendig.

Durch den Schnee stapfen sie heuer nicht unbedingt, aber aus verschiedenen Himmelsrichtungen gehen Kaspar (Friedrich Engl), Melchior (Michael Köstenberger) und Balthasar (Otmar Brachmaier) auf die Häuser in Metnitz zu. Ihre Kronen leuchten von weitem, stecken doch in den mit bemaltem Leinen umwickelten Holzgestellen Kerzen. Hell leuchtet auch der Stern, den Franz Steiner dreht. Die Könige suchen Jesus. Stumm. Die Geschichte erzählen 14 Sängerinnen und Sänger.

Text auf Dachboden entdeckt
17 Strophen hat das „Kinilied“, das bis 1937 alljährlich in jedem der neun Gräben der Gemeinde gesungen wurde. Nach dem Weltkrieg hat die Mesnerfamilie Oberdorfer den Brauch wieder belebt, doch 1953 galt das Buch mit dem Text als verschwunden. 1990 tauchte auf einem Dachboden das handgeschriebene Buch aus 1724 wieder auf. Die Mesnerin Maria Oberdorfer und die Bäuerin Elisabeth Auer konnten die Melodie Musiklehrer Peter Fuchs vorsingen, der das Lied vierstimmig setzte. Seitdem besuchen die Kinisinger alle zwei Jahre vier Höfe - mehr ist kaum zu schaffen, wird die Rotte doch zum Dank für die segensreichen Wünsche bewirtet.

Auf das Kinilied folgen zahllose teils lustig-freche Wunschstrophen: „Mir wünschen da Bairin a endlånge Stiagn, auf jedem Stapfl a Kind und a Wiagn.“ Dabei bringen die Könige „Gaben“: was sie um Haus und Hof finden - Fahrräder, Ölkanister, Besen Wegräumen muss der Hausherr.

Fakten

Das Kinisingen ist am 5. Jänner ab 18 Uhr am Pfarrplatz von Metnitz zu sehen.

Die Heiligenbluter Sternsingerrotten werden am 5. Jänner um 16 Uhr in der Kirche St. Vinzenz entsendet.

Ebenfalls mindestens bis ins 16. Jahrhundert zurück geht der Brauch des Heiligenbluter Sternsingens: Dort bestehen die Rotten aus neun singenden Männern, fünf Musikern und einem Sternträger - statt der drei Könige hat jede Rotte drei Laternen. Neun Rotten gehen gehen ab dem 5. Jännerabend von Haus zu Haus - und singen bis in die Morgenstunden. Aussegnung der Rotten in der Kirche St. Vinzenz in Heiligenblut am 5. Jänner um 16 Uhr.

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