Frauen verboten

NGOs stellten ihre Arbeit in Afghanistan ein

Ausland
25.12.2022 17:00

Nachdem die Taliban ein Arbeitsverbot für Frauen bei Nichtregierungsorganisationen (NGOs) in Afghanistan gefordert hatten, haben nun mehrere Hilfsorganisationen ihre Arbeit eingestellt. Die Menschen könnten ohne weibliche Angestellte nicht erreicht werden, hieß es. Tausende Arbeitsplätze sollen betroffen sein.

„Wir können Kinder, Frauen und Männer in dringender Not nicht ohne unsere weiblichen Angestellten erreichen“, sagten die Hilfsorganisationen Care, Save the Children und die Norwegische Flüchtlingshilfe am Sonntag. „Während wir über diese Ankündigung Klarheit gewinnen, setzen wir unsere Programme aus und fordern, dass Frauen und Männer gleichermaßen weiter lebensrettende Unterstützung in Afghanistan leisten können“. Von der Forderung der Taliban sollen tausende Arbeitsplätze betroffen sein. Die NGO International Rescue Committee hatte zuvor von mehr als 300 Mitarbeiterinnen in dem Land gesprochen, die entscheidend für die „Auslieferung von humanitärer Hilfe“ seien.

Taliban: Frauen tragen keinen Hijab
Das afghanische Wirtschaftsministerium hatte am Samstag in einem Schreiben gefordert, Mitarbeiterinnen aller nationalen und internationalen NGOs bis auf Weiteres von ihrer Arbeit zu suspendieren. Der Grund sei, dass Frauen die Vorschriften der Taliban-Führung in Bezug auf das Tragen eines Hijabs, Kopftuchs, nicht einhielten. Organisationen, die der Anordnung nicht nachkommen, soll die Lizenz entzogen werden.

Weltweite Kritik
Die Ankündigung der militanten Islamistinnen und Islamisten löste weltweit Sorge aus. So verurteilten etwa UN-Generalsekretär António Guterres, Vertreterinnen und Vertreter der EU-Kommission sowie die deutsche Außenministerin Annalena Baerbock den Schritt. „Diese Entscheidung wird die Arbeit zahlreicher Organisationen untergraben, die im ganzen Land den Schwächsten helfen, vor allem Frauen und Mädchen“, sagte Guterres‘ Sprecher Stéphane Dujarric am Samstag (Ortszeit) in New York. Die Vereinten Nationen und ihre Partner unterstützen derzeit mehr als 28 Millionen Afghaninnen und Afghanen mit humanitärer Hilfe.

EU-Kommissionssprecherin Nabila Massrali sprach von einem „klaren Bruch humanitärer Grundsätze.“ Die EU würde aktuell den Einfluss bewerten, den das Verbot auf ihre Hilfe für Afghanistan haben werde. Seit ihrer Machtübernahme im August 2021 haben die Taliban Frauenrechte in Afghanistan massiv eingeschränkt. Viele Frauen durften nicht mehr zu ihren Arbeitsplätzen zurückkehren. Am Dienstag wurden Frauen von allen Hochschulen verbannt. Mädchen und Frauen sind vom öffentlichen Leben mittlerweile weitgehend ausgeschlossen.

 krone.at
krone.at
Loading...
00:00 / 00:00
play_arrow
close
expand_more
Loading...
replay_10
skip_previous
play_arrow
skip_next
forward_10
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
explore
Neue "Stories" entdecken
Beta
Loading
Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele