Problem mit Betreuung

„Für Mütter muss sich ein Wiedereinstieg lohnen“

Vorarlberg
19.09.2022 18:24

NEOS-Familiensprecher Johannes Gasser pocht auf einen Rechtsanspruch ab dem ersten Geburtstag eines Kindes. Im neuen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz, das am 5. Oktober im Landtag beschlossen wird, gebe es nur einen halbherzig formulierten Versorgungsauftrag. Zugleich verweist Gasser auf die im Österreichvergleich hohen Kosten für die Betreuung.

Andrea M. hat Glück. Ihr Sohn, noch kein Jahr alt, hat seit September einen Betreuungsplatz in Dornbirn. „Wir hatten noch vor seiner Geburt darum angesucht. Zudem übernimmt mein Mann einen Nachmittag, sodass ich zumindest wieder Teilzeit arbeiten kann.“

Nicht ausreichend Personal für Kinderbetreuung
Die junge Mutter scheint eher die Ausnahme zu sein. Zuletzt flatterte einigen Feldkircher Familien ein Schreiben der Stadt ins Haus, in dem darüber informiert wurde, dass nicht ausreichend Personal für die Betreuung zur Verfügung stünde. „Zahlreiche Familien konnten für ihr Kind nicht den Betreuungsumfang bekommen, den sie bräuchten“, sagt auch NEOS-Familiensprecher Johannes Gasser.

Er pocht auf einen Rechtsanspruch ab dem ersten Geburtstag eines Kindes. Im neuen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz, das am 5. Oktober im Landtag beschlossen wird, gebe es nur einen halbherzig formulierten Versorgungsauftrag. Zugleich verweist Gasser auf die im Österreichvergleich hohen Kosten für die Betreuung. „Es darf nicht mehr passieren, dass es bei einer Familie bis zu 1000 Euro direkte und indirekte Kosten verursacht, wenn sich die Mutter entscheidet, wieder arbeiten zu gehen.“

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Das Ziel muss Kostenfreiheit bei der Kinderbetreuung sein. Für Mütter muss sich der Wiedereinstieg in den Beruf lohnen.

Johannes Gasser (Neos)

Eltern vom Wohlwollen der Bürgermeister abhängig
Ebenfalls ärgerlich für den pinken Mandatar: Eltern sind nach wie vor vom Wohlwollen der Bürgermeister abhängig, wenn sie sich um einen Platz in einer anderen Gemeinde oder einer privaten Einrichtung bemühen.

Im Büro von Landesrätin Barbara Schöbi-Fink sind im September keine Beschwerden über fehlenden Betreuungsplätze eingegangen. „Im Moment wird mit den Gemeinden daran gearbeitet, die Personalengpässe in den Griff zu bekommen“, hieß es.

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