Langfristig benötigt es einen Ausbau des Schienennetzes in alle Richtungen, doch davor sind einige andere Hausaufgaben zu erledigen. Lediglich zwölf Prozent des Vorarlberger Güterverkehrs werden aktuell über die Schiene abgewickelt.
Das zeigte sich bei der Erstellung des Güterverkehrskonzepts, das Marco Tittler, Landesrat für Wirtschaft und Verkehrspolitik, erarbeiten ließ. Das Konzept ist als zentrale Handlungsanleitung angelegt und beleuchtet die Themenbreite der Gütermobilität - von Schiene bis Straße, von grenzüberschreitenden Verkehrsanbindungen bis zu Verteilnetzen der letzten Meile.
Maßnahmenpaket soll umgesetzt werden
In den kommenden Jahren soll ein umfangreiches Maßnahmenpaket umgesetzt werden. Ver- und Entsorgungsleistungen für Unternehmen und Haushalte sollen dabei effizient, sozial- und raumverträglich, umwelt- und klimaschonend, sicher und finanzierbar erbracht werden.
Ein funktionierender Güterverkehr ist für den erfolgreichen Wirtschaftsstandort Vorarlberg notwendig. Das zeigt schon ein Blick auf die Exportzahlen. Seit dem EU-Beitritt ist das Volumen von 2,5 auf über zwölf Milliarden Euro gestiegen. Entsprechend viele Waren werden im Ländle umgeschlagen. 2019 - das Jahr vor Corona - wurden 24 Millionen Tonnen an Gütern umgeschlagen.
Ausbau in alle drei Richtungen
Sowohl Tittler als auch das für Eisenbahninfrastruktur zuständige Regierungsmitglied Daniel Zadra plädierten für den Schienenausbau in alle drei Richtungen - über den Arlberg, nach Deutschland und in die Schweiz. Aktuell gebe es aber noch Kapazitäten im Schienennetz - vor allem zu den Randzeiten, sagte Zadra.
Zu den Hausaufgaben, die von der Bahn, aber auch vonseiten der Politik auf Bundes und EU-Ebene zu erledigen wären, zählt vor allem eine Anpassung der Kosten. Denn der Weg über die Schiene ist oftmals schlicht zu teuer. Zudem soll es einen Ansprechpartner auf Landesebene geben, der sich um die Verlagerung von der Straße auf die Schiene kümmert.
Wenn wir nicht heute investieren, wird der Zug an Vorarlberg vorbeifahren.
Landesrat Daniel Zadra
Wie wichtig der Umstieg auch in Sachen Klima wäre, verdeutlichte Zadra zum Schluss: Ein Güterzug könnte bis zu 50 Lkw ersetzen. „Wenn wir nicht heute investieren, wird der Zug an Vorarlberg vorbeifahren“, meint der Landesrat.








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