Die Situation in den Wiener Spitälern ist weiterhin höchst problematisch. Gefährdungsanzeigen gibt es aus den Kliniken Favoriten, Ottakring, Floridsdorf sowie dem Ordensspital Speising. Für den Gesundheitsstadtrat ist das Problem die Benennung der Anzeigen.
Bis zu 50 Gefährdungsanzeigen pro Jahr landen beim Wiener Gesundheitsverbund (WIGEV). Mitgezählt sind dabei aber jene nicht, die es gar nicht bis dahin schaffen. All diese Hilfeschreie von überlasteten Mitarbeitern kommentiert Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) mit diesen Worten: „Gefährdungsanzeige ist eine trottelhafte Bezeichnung.“ Das sei lediglich eine Möglichkeit für die Mitarbeiter aufzuzeigen, dass etwas schiefläuft. „Das Management ist nun aufgefordert, zu reagieren. Der erste Schritt ist, Betten zu sperren, dann werden die anderen Probleme analysiert“, sagt Hacker.
Er sei sich überdies des Personalmangels speziell in Spitälern bewusst. „Wir stehen im Wettbewerb mit anderen deutschsprachigen Gebieten und jagen uns gegenseitig die Leute ab“, so der Gesundheitsstadtrat. Es würde zu wenig Nachwuchs geben, was unter anderem an der Ausbildung liegt. Den Numerus clausus an den Medizin-Unis hält Hacker für einen Fehler.
Auch die Arbeitszeiten müssten flexibler werden. Konkret meint Hacker damit, dass Abteilungschefs künftig freier handeln sollen, denn nicht jeder möchte Zwölf-Stunden-Dienste schieben. „Ich rede seit vielen Monaten davon, dass unser Gesundheitssystem so nicht mehr weiter funktionieren kann“, betont Hacker.
„Gefährdungsanzeigen verbreiten Schrecken“
Die Gefährdungsanzeigen, die Hacker gerne anders betiteln würde, würden aber nur für Schrecken unter den Patienten und zukünftigen Pflegekräften sorgen. Ein Mittel, um den Beruf wieder attraktiver zu machen, sind auch die „School Nurses“. „Damit verändern wir das Berufsbild und schaffen Alternativen“, betont Hacker.
Das löst die Probleme in den Spitälern aber auch nicht.










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