Warum die beiden jungen Männer auf das Opfer losgegangen sind, können beide nicht mehr sagen. Auf einmal hätten sie sich mitten in einer Schlägerei befunden - und traten hemmungslos zu! Das Opfer erlitt Einblutungen ins Gehirn.
17 Sekunden brutale Gewalt, gebannt auf Video. „Es ist in der Tat fürchterlich, eine unübliche Gewaltexplosion“, zeigt sich auch Anwalt Klaus Ainedter fassungslos. Er verteidigt einen der beiden angeklagten jungen Männer, die am Boden Liegende so getreten haben, dass ein Opfer Einblutungen ins Gehirn hatte!
Sinnlos und enthemmt zugetreten
Es wird in diesem Prozess in Wien, Schöffenvorsitz Alexandra Skrdla, viel die Rede sein von „Blutrausch, Tunnelblick und gefallenen Schaltern“. Weniger vom Warum - denn das wissen die beiden 19-Jährigen auch nicht so genau. Nur dass sie in der Disco viel getrunken haben, rausgingen, auf ein Taxi warteten, und merkten, dass da Tumult herrschte. Und eigentlich nur die Streitparteien trennen wollten, um sich mittendrin wiederzufinden - um dann völlig sinnlos und enthemmt loszutreten. Auf der Anklagebank tut ihnen alles ganz furchtbar leid, sie entschuldigen sich aufrichtig, das Opfer bekommt sofort einmal 2000 Euro angeboten.
Nicht das erste Gewaltverbrechen
Aber Frau Rat interessiert das Warum sehr wohl - vor allem beim zweiten Angeklagten, der zuvor schon auf dem Basketball-Platz einen Vater angegangen ist und einem Autofahrer zwei Faustschläge verpasst hatte, weil der ihm die Vorfahrt nahm. Er will sich immer nur gewehrt haben, was die Richterin zur Frage veranlasst: „Vielleicht liegt das nicht nur an den anderen, haben Sie daran schon gedacht?“
Bedingte Haftstrafen und Anti-Aggressions-Training
Weil die Burschen gute Jobs haben, will sie ihnen die Zukunft nicht ganz verbauen. Der Erstangeklagte bekommt 15 Monate bedingt, der zweite 24 Monate. Und zudem die Weisung zum Anti-Aggressions-Training.
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