In wenigen Wochen öffnen die Hallenbäder wieder. Wegen der hohen Energiepreise wird überlegt, die Wassertemperatur zu senken oder sogar Schließtage einzuführen.
Die Hallenbad-Saison steht vor der Tür – mit so vielen Fragezeichen wie nie zuvor. „Wir diskutieren eine Verringerung der Wassertemperatur, um Energie zu sparen. Der interne Meinungsbildungsprozess ist noch nicht abgeschlossen“, meint der Freistädter Stadtamtsleiter Florian Riegler vor dem ersten Hallenbad-Tag am 10. September. Fest steht, dass vorerst eine Anpassung der Tarife nicht geplant ist.
Minus wird sich fast verdoppeln
Unter den enorm gestiegenen Strom- und Gaspreisen hat auch die Gemeinde Spital am Pyhrn zu kämpfen. Bürgermeister Aegidius Exenberger: „Unser Bad aus den 70er-Jahren hat einen Gasanschluss. Der Abgang betrug im Vorjahr 160.000 Euro, dieses Jahr rechne ich mit 300.000 Euro. Ich weiß nicht, wie ich das den Bürgern verklickern soll.“
Suche nach Sparpotenzialen
Ein Minus von 450.000 Euro verzeichnete das deutlich größere Hallenbad in Braunau. Bürgermeister Johannes Waidbacher geht davon aus, dass sich der Betrag noch erhöhen wird. Derzeit werde der gesamte Betriebsablauf durchleuchtet. Auf dieser Grundlage wird kurzfristig vor dem Saisonstart entschieden, ob und welche Maßnahmen umgesetzt werden – auch Schließtage sind für manche eine Option.
Handlungsspielraum in Vöcklabruck
An vielen Schrauben wird auch in Vöcklabruck gedreht. Derzeit wird geprüft, wie die Restwasserwärme besser genutzt werden kann. „Ebenso prüfen wir, ob wir auf dem Dach noch eine PV-Anlage montieren können. Generell sind unsere Stromkosten bis Ende 2023 fixiert, weshalb wir noch ein bisschen Handlungsspielraum haben“, erklärt Bürgermeister Peter Schobesberger.
Sorgen auch in Kirchdorf
In Kirchdorf erschwert die Strompreisexplosion die Planungen. Im Budget waren Kosten von 25.000 Euro vorgesehen, diese mussten auf 55.000 Euro korrigiert werden. Bürgermeisterin Vera Pramberger schließt eine Erhöhung der Ticketpreise nicht aus. In Wels profitiert das Welldorado von der aus der Müllverbrennung erzeugten Fernwärme. Bei den Strompreisen erwartet Stadtchef Andreas Rabl dennoch einen Anstieg um 80 Prozent.
Auf Dauer wird es ohne eine Anhebung der Tarife nicht gehen
Klaus Luger, SP-Bürgermeister in Linz
Laut dem Linzer Bürgermeister Klaus Luger sind bei den Hallenbädern und Saunen der Stadt kein Änderungen geplant. „Vorerst“, so der Stadtchef. Er rechnet mit einer Erhöhung der Betriebskosten von satten 50 Prozent. „Es bringt aber nichts, die Öffnungszeiten zu kürzen oder Schließtage einzuführen. Um die Temperatur im Becken und im Bad zu halten, müssen die Geräte 24 Stunden laufen. Sie immer wieder hochzufahren, würde noch viel mehr kosten.“
Schließungen in Linz kein Thema
Die Bäder generell zu schließen, kommt für das Stadtoberhaupt gar nicht in Frage. Nach zwei Jahren Pandemie müssten die Kinder wieder die Möglichkeit haben, regelmäßig schwimmen gehen zu können. Erhöhungen der Eintrittspreise sind vorerst auch kein Thema. „Irgendwann muss aber auch das sein. Denn auf Dauer wird es ohne eine Anhebung der Tarife nicht gehen“, seufzt Luger.










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