„Ich war kurz davor, anzurufen.“ Jürgen Klopp wollte nicht so recht glauben, was Ex-Profikicker Gabby Agbonlahor da live auf Sendung bei „talkSPORT" sagte. Dabei ging es gar nicht gegen Liverpool.
Viel eher nahm der heute 35-jährige Agbonlahor, 2005 bis 2018 bei Aston Villa aktiv, Manchester United geradezu auseinander. Spieler wie Christian Eriksen, Torhüter David de Gea oder Lisandro Martinez seien schlicht nicht gut genug für die „Red Devils“, schimpfte er in seiner Funktion als TV-Experte nach Uniteds 0:4-Niederlage gegen Brentford. Warum Klopp das wurmte? Weil es für sein Team, Liverpool, am Montag in der Premier League im Duell der (leichter und stärker) kriselnden Giganten eben gegen Manchester geht. Und da will Klopp im Vorfeld nur ja nicht den Eindruck entstehen lassen, United sei von der Rolle oder gar zu unterschätzen.
„Er war auch so“
Er (Agbonlahor, Anm.) hat in meinem ersten Jahr 0:6 gegen uns verloren. Ich habe ihn nicht als Mentalitätsmonster auf dem Feld in Erinnerung. Was der da über Manchester United in der Sendung gesagt hat - ich war kurz davor, dort anzurufen und ihm zu sagen, dass er vergessen hat, dass er auch mal ein Spieler gewesen ist."
Es sei schlicht „unglaublich“, was Agbonlahor sagte, mein Klopp: „Wenn schon ehemalige Spieler so etwas sagen, dann weiß man, wohin das führt.“ Ob Agbonlahor das beeindruckt? Vermutlich eher nicht. Schon auf Sendung hatte er selbstbewusst gemeint: „Ich zerlege Manchester United. Und auch die Menschen, die glauben, ich hätte eine persönliche Agenda gegne den Verein. Ich zähle nur Tatsachen auf.“
Gefährliche Drucksituation
Ob mit verbaler Begleitung Agbonlahors oder nicht - am Montag kommt‘s zum Aufeinandertreffen der Kultklubs. Die Vorzeichen vor dem Klassiker bringen für die beiden englischen Großclubs gefährliche Drucksituationen mit sich. Bei United hallt die Abfuhr von Brentford noch immer nach. Laut Jürgen Klopp macht der katastrophale Zustand des Erzrivalen das Duell am Montagabend (21.00 Uhr, live im krone.at-Ticker) im Old Trafford aber erst recht kompliziert.
Mit Blick auf den Gegner zeichnete Klopp im Vorfeld das Bild vom verwundeten Tier, das daher ganz besonders gefährlich wäre. „Natürlich würde ich lieber gegen sie spielen nachdem sie 5:0 gewonnen haben, aber wir leben nicht im Träumeland“, meinte Klopp. „Wir haben zweimal Unentschieden gespielt. Macht es das also besser gegen uns zu spielen? Ich weiß es nicht.“
Man müsse mit allen Situationen klarkommen, meinte der deutsche Startrainer, dessen Team in 180 Minuten Premier-League-Fußball vier Punkte Rückstand auf den Meisterschaftsfavoriten Manchester City aufgerissen hat. Ein dritter Punkteverlust, ausgerechnet im Prestige-Vergleich der Industrie- und Arbeiterstädte aus dem „dreckigen“ Norden, wäre ein zusätzlicher Stimmungsdrücker an der Anfield Road. Klopp: „Die ganze Welt wird zuschauen, lasst uns gespannt sein, wie diese zwei Schwergewichte damit umgehen.“
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