Gammel-Häuser gebaut

Pitt: Millionen-Entschädigung für „Katrina“-Opfer

Adabei
19.08.2022 10:38

Vor vier Jahren wurden er und seine Wohltätigkeitsorganisation „Make It Right Foundation“ von den Opfern des Hurrikans „Katrina“ verklagt. Denn deren neue, umweltfreundliche Passivhäuser, die Hobby-Architekt Brad Pitt mit entworfen und gebaut hatte, fielen wegen massiver Baumängel regelrecht auseinander. Jetzt einigte sich der Hollywoodstar mit den Klägern auf eine Entschädigungssumme von 20,5 Millionen Dollar.

Die vorläufige Einigung, die noch vom Gericht abgesegnet werden muss, wird nicht aus Pitts eigener Tasche bezahlt. Stattdessen hat sich die Umweltschutzorganisation Global Green bereit erklärt, die Kosten dafür zu tragen, dass alle beschädigten Unterkünfte renoviert werden. Laut der örtlichen Zeitung „The New Orleans Advocate“ können die insgesamt 107 betroffenen Hausbesitzer aus dem „Lower Ninth Ward“-Bezirk von New Orleans zudem bis zu 25.000 Dollar Erstattung für bereits getätigte Reparaturen bekommen.

Pitt dankt Umweltschutzorganisation
Pitt zeigte sich in einem Statement „unglaublich dankbar“ dafür, dass Global Green für ihn und seine Organisation in die Bresche springt: „Wir haben bereits gleich nach ,Katrina‘ kollaboriert und können uns sehr glücklich schätzen, dass Global Green sich so großzügig zeigt. Mit ihrer Hilfe können wir die Herausforderungen bewältigen, die bei diesen Häusern aufgetreten sind. Hoffentlich wird die Einigung allen helfen, wieder nach vorne zu schauen und diese stolze Gemeinde weiter zu stärken.“

Pitt war das Gesicht der Kampagne gewesen, die mit Millionen von Dollar an Spenden insbesondere den völlig zerstörten „Lower Ninth Ward“ wiederaufbauen wollte. Die ehemaligen Hauseigentümer konnten dann für die ermäßigte Summe von 150.000 Dollar die von der „Make It Right Foundation“ erbauten neuen Häuser kaufen. Nur, dass diese dem Wetter und der Feuchtigkeit in Louisiana gar nicht gewachsen waren. Das führte zur Klage der Eigentümer gegen den Oscargewinner.

„Sie haben Brad Pitt vertraut“
Deren Anwalt Ron Austin hatte dazu in einem Statement gesagt: „Sie haben Brad Pitt vertraut. Sie haben an den Traum geglaubt, den er ihnen verkauft hat. Leider haben sie dafür nur eine Reihe von gebrochenen Versprechen bekommen … und leben nun in verrotteten Häusern, die eigentlich abgerissen und neu aufgebaut werden müssten!“

In den Gerichtsakten hatten die Kläger dem 58-Jährigen vorgeworfen, dass dieser „ein Feigling“ sei, der für die Fehler seiner eigenen Wohltätigkeitsorganisation keine Verantwortung übernehmen will: „Mr. Pitt hatte kein Problem, sich für sein persönliches Engagement in der Öffentlichkeit feiern lassen. Doch jetzt will er plötzlich nichts mehr als ein neutraler Beobachter ohne persönliche Beteiligung an dem Projekt gewesen sein.“ Pitt habe zudem schon seit Jahren von den Problemen gewusst, mit denen die Eigentümer seiner von ihm mitentwickelten Häuser zu kämpfen haben: „Er hat in unzähligen Interviews zugegeben, dass er selbst beteiligt war.“

Öko-Häuser waren Pitts „Herzensprojekt“
Pitts „Make It Right Foundation“ wurde 2007 gegründet, zwei Jahre nachdem Hurrikan „Katrina“ New Orleans zerstört hatte. Der Hobby-Architekt entwarf „preiswerte, hochmoderne und nachhaltige“ Anwesen, die er mit den Geldern seiner Stiftung errichten ließ. Ein enger Bekannter von Pitt verriet der „Daily Mail“: „Brad hat viel Zeit und Millionen seines Eigenvermögens in sein Herzensprojekt gesteckt.“

Das Problem war nur: Knapp zehn Jahre nach dem Bau fielen die insgesamt 109 errichteten Passivhäuser langsam auseinander. Wegen undichter Dächer gelangte Feuchtigkeit in die aus minderwertigem Holz errichteten Wände, die von innen schimmeln. Laut der Behörden mussten bereits vor 2018 insgesamt 18 Dächer ausgetauscht werden. Ein Haus musste sogar wegen Schimmels und Fundamentschadens ganz abgerissen werden. Nachbarin Constance Fowler: „Die Eigentümer mussten bereits vor zwei Jahren ausziehen, weil die Ehefrau von dem Schimmel krank geworden ist.“

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(Bild: kmm)



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