Ergreifender Brief

Ehemann sieht, wie Frau am Pflegeberuf kaputt geht

„Leider sehe ich, wie meine Frau nach einem Nachtdienst komplett fertig ist und es sie einfach überfordert. Ich glaube nicht, dass das im Sinne der Pflegenden, der Gepflegten und der Angehörigen ist“, hat ein Oberösterreicher Angst, dass seine Ehefrau, die in der Altenpflege arbeitet, an der aktuellen Situation zerbricht.

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In einem Schreiben – welches auch der „Krone“ vorliegt – wendet er sich an Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen: „Laut der Pflegeheimverordnung ,LGBi.Nr. 83/2020’ darf eine Pflegerin bei einem Heim unter 60 Personen alleine den Nachtdienst verrichten. Ich frage mich ja nur, ob irgendeiner der Entscheider jemals alleine für, sagen wir, 30 Personen zuständig war.“

„Auch vor Corona waren viele Dinge verbesserungswürdig. Durch die Pandemie wurde alles verschlimmert. Ich verwehre mich gegen den Vorwurf, dass wir alles schlechtreden. Man muss die Probleme ehrlich kommunizieren und gemeinsam daran arbeiten“, sagt dazu Sebastian Prohaska, Zentralbetriebsratvorsitzender im Ordensklinikum Linz.

Betten müssen teilweise leer bleiben
Mit einem Offenen Brief aus dem Ordensklinikum machte man zum zweiten Mal innerhalb eines halben Jahres Druck auf die heimische Politik. „Wir brauchen keine lapidaren, halbseidenen Antwortschreiben. Alibi-Maßnahmen helfen den Menschen nicht“, unterstreicht Prohaska im Gespräch mit der „Krone“ seinen „wohlwollenden, aber ernst gemeinten Weckruf“. Das größte Problem ist nach wie vor das fehlende Personal, aber auch eine angemessene Entlohnung für die Mitarbeiter. „Betten müssen teilweise leer bleiben, weil einfach kein Personal zur Betreuung da ist. Vielen fehlt aktuell die Perspektive“, hofft Prohaska auf Besserung.

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