Ein Linzer Barbetreiber (42) rüstet als Folge des Crans-Montana-Infernos bei der Beleuchtung für Champagnerflaschen ab sofort auf nachhaltige Technik um, die keine Brände verursachen kann. Der Szene-Gastronom erklärt, was sich dadurch nun ändert.
Die Tragödie in der Silvesternacht, als durch Spritzkerzen auf Sektflaschen eine Bar in Crans-Montana (Schweiz) in Brand gesetzt wurde, dabei 40 Menschen ums Leben gekommen und mehr als 100 schwer verletzt worden waren, zeigt nun auch Auswirkungen auf heimische Lokalitäten.
Peter Schörgendorfer, Geschäftsführer des Lokals Le Jardin in der Linzerie, ist der Erste, der nun keine Spritzkerzen mehr in seinem Lokal zulässt. „Auf unsere Champagnerflaschen werden ab sofort LED-Stifte montiert, die in drei verschiedenen Versionen leuchten“, bestätigt der 42-Jährige – ein Schritt, der vielleicht sogar ohne den Fall Crans-Montana heuer umgesetzt worden wäre.
Brennen im Wasserkübel weiter
„Spritzkerzen sind nicht zu unterschätzen. Unsere Mitarbeiter haben sie zwar während des Serviervorgangs nicht aus der Hand gegeben, und an unserer Decke sind schwer entflammbare Materialien. Aber man kann Spritzkerzen nicht einfach ausblasen, sie brennen im Wasserkübel weiter.“ Die Sicherheit von Gästen und Mitarbeitern liegt dem Le-Jardin-Boss am Herzen.
15-mal pro Abend kommen Sekt-Leuchten zum Einsatz
Schörgendorfer hat deshalb nun sechs LED-Stifte zum Preis von je 20 Euro angeschafft. „Im Endeffekt kostet mich das sogar weniger, als die Spritzkerzen.“ Die Stifte sind natürlich wiederverwendbar. Pro Abend kommen diese durchschnittlich 15-mal zum Einsatz.
Was er allerdings mit den 300 verbliebenen Spritzkerzen macht, ist unklar: „Dafür fehlt mir noch eine Idee.“
Wenn man als zahlender Gast in ein Lokal kommt und einen unbeschwerten Abend verbringen möchte, will man sich keinesfalls Gedanken über etwaige Sicherheitsfragen machen müssen. Was der Linzer Szene-Gastronom nun umsetzt, kann nur im Interesse aller liegen.
Natürlich ist ein blinkender LED-Stab nicht so spektakulär wie eine Spritzkerze. Aber für all jene, die es fürs Seelenwohl unbedingt benötigen, mit optischen Mitteln das gesamte Lokal auf sich und ihre kostspielige Champagner-Bestellung aufmerksam zu machen, sollte auch der nachhaltige Lichtkörper Genüge tun. Fazit: In dem Fall heiligt das Mittel den Zweck.
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