„Krone“-Kommentar

Wenn der Kreml Ernst macht, wird es kalt

Wirtschaft
25.07.2022 14:12

Werfen wir einen Blick auf die nackten Fakten, auf die Gasspeicherfüllstände in Europa: Da liegt Österreich mit 49,9 Prozent nur auf Platz 15 von 20 gelisteten Ländern, weiter hinter Portugal (100 Prozent), Großbritannien (98,23) und Polen (97,99), aber immerhin noch vor Kroatien (43,03) oder Bulgarien (40,87).

Dem nicht genug: Die Außenhandelsstatistik offenbart seit Beginn des Ukraine-Krieges eine noch höhere Abhängigkeit von russischem Gas als bisher gedacht - im April stammten 87 Prozent der importierten Menge aus Putins Reich. O du mein Österarm! Wenn der Kreml Ernst macht, dann wird es kalt in diesem Land - nicht nur in den Wohnzimmern, sondern auch im sozialen Gefüge der Gesellschaft.

Hierzulande scheint diese gefährliche Gemengelage noch nicht realisiert worden zu sein: Zuletzt applaudierte der Bundespräsident beim 4Gamechangers-Festival in der Marx-Halle vor laufenden Kameras dem ukrainischen Präsidenten Zelenskij, während Putin den Gashahn zudreht. Das Verhalten unseres Staatschefs, dessen Land die immerwährende Neutralität in der Verfassung verankert hat, müsste wohl anders aussehen, nämlich: Die Versorgung sichern und den Frieden wiederherstellen. Mit diplomatischem Geschick und permanenten Gesprächen mit Moskau. Ohne Kameras. Hinter verschlossenen Tapetentüren.

De facto ist das nur ein frommer Wunsch. Die EU gewährt der Ukraine 2,5 Milliarden an Militärhilfen. Und Österreich zahlt als neutraler Nettozahler doppelt drauf.

Christian Baha (Gastkommentar)

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