Die Botschaft auf dem neuen Schaukastenplakat scheint eindeutig: „Richtige Familienpolitik“ - also Landesförderungen - gibt’s bei der FPÖ nur für „echte Familien“. Wie eine solche in der Vorstellung von LH-Vize Manfred Haimbuchner aussieht, bekommt man gleich fotografisch mitgeliefert. Nun ja, der Golden Retriever fehlt, und der Papa hat viel zu lange Haare.
Aber, Scherz beiseite, das klingt verdächtig nach einem möglichen (generellen) Diskriminierungsfall. Für SPÖ-Politikerin Renate Heitz ist es zumindest ein Versuch Haimbuchners, von aktuellen Problemen, etwa in Sachen fehlender Teuerungshilfe, abzulenken: „Haimbuchner will mit dem Plakat aufregen und ablenken. Natürlich kennt er die exakten Zahlen für Oberösterreich und weiß, dass nur vier von zehn Familien so aussehen wie am Bild. Er sollte lieber mehr Zeit und Energie in seinen Beruf stecken als in Fotoshootings. Immer weniger Familien wissen, wie sie sich den Alltag leisten können, er versagt als Familien-Landesrat völlig. Bis heute hat er keine finanzielle Entlastung für über 400.000 oberösterreichische Familien zusammengebracht, während die Teuerung weiter steigt und steigt.“
Haimbuchner will mit dem Plakat aufregen und ablenken. Natürlich kennt er die exakten Zahlen für Oberösterreich und weiß, dass nur vier von zehn Familien so aussehen wie am Bild.
Renate Heitz (SPÖ)
„Es zeigt letztendlich ein Idealbild“
Die FPÖ kontert bei einer Pressekonferenz so: „Das Fotosujet ist bewusst gewählt. Es zeigt letztendlich ein Idealbild - die funktionierende Partnerschaft zwischen Mann und Frau als die einfachste und damit beste Grundlage für Familie und Kinderwohl.“ Familie sei jedenfalls „der Ort, an dem Kinder sicher, behütet und geliebt aufwachsen“. Und das könne bei Alleinerziehenden, im Patchwork, aber auch im Kinderheim ebenso der Fall sein, so die Botschaft. Die war verbunden mit einem Überblick über die Familienförderungen im Land und der Forderung nach steuerlichen Erleichterungen. Näheres auf der Homepage der Familienkarte.
„Krone“-Kommentar: Ein sehr problematischer Spruch
„Richtige Familienpolitik tritt für jede Form von Familie ein und will für jede Form das Bestmögliche erreichen und erzielen“, schreibt die FPÖ nun quasi als Fußnote unter ihren provokanten Slogan. Bloß, das Kleingedruckte liest sowieso niemand. Hängen bleibt, wie - nach der Vorstellung der FPÖ - eine „echte Familie“ auszusehen hat. Dieses Familienbild ist für die FPÖ „keine Variante von gestern“, sondern „das Ideal“.
Alles andere ist „unecht“, sagt zumindest das Plakat. Und das ist eine Unterstellung, die die Spaltungstendenzen in unserer Gesellschaft noch weiter schürt.









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