10.07.2022 11:30 |

Karte an Zechpreller

„Herzliche Grüße“ - bis endlich das Geld kommt

Ein Millstätter Campingplatz-Betreiber in Kärnten verzweifelt an der Zahlungsmoral der Urlauber - und greift daher zur Postkarte.

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Postkarten sind eigentlich nette Urlaubsgrüße an die Daheimgebliebenen. Eine deutsche Familie kann sich darüber allerdings weniger freuen. Sie erhält nämlich jede Woche eine Postkarte aus ihrem früheren Urlaubsort am Millstätter See, und das treibt die Deutschen langsam zur Weißglut.

Mahnungen und Anwaltsbriefe ohne Erfolg
Das Ehepaar hatte mit seinen zwei Kindern im Sommer 2021 drei Wochen auf dem Campingplatz Burgstaller am Millstätter See verbracht und sich dann aus dem Staub gemacht, ohne die Kosten für den Aufenthalt zu bezahlen. Nachdem drei Mahnungen und zwei Anwaltsbriefe keinen Erfolg gebracht haben und eine vor Monaten beim Bezirksgericht Spittal eingebracht Klage noch unbearbeitet ist, versucht es Campingplatzbetreiber Arndt Burgstaller nun auf einem anderen Weg.

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Wenn die Behörden nicht weitertun, muss man halt irgendwann zur Selbsthilfe greifen.

Arndt Burgstaller, Campingplatz-Betreiber

Aktion schon einmal gestartet
Jede Woche trudelt im Postamt der norddeutschen Gemeinde Hohen eine Postkarte ein, die „An den Zechpreller“ adressiert ist. Der wird damit auf sarkastische Art zum Zahlen aufgefordert, verbunden mit der Drohung, ihn durch weitere Karten völlig bloßzustellen. Diese umstrittene Aktion hatte der Campingplatzbetreiber schon vor 20 Jahren gegen einen zahlungsunwilligen Holländer gestartet. „Der hat schon nach der ersten Karte gezahlt“, erzählt Burgstaller.

Der Deutsche scheint eine härtere Nuss zu sein, denn die einzige Reaktion bestand bislang darin, Burgstallers Anwalt anzurufen und seinerseits mit einer Klage wegen Datenschutzverletzung zu drohen.

Zahlungsmoral sinkt
Laut Burgstaller sei die Zahlungsmoral der Urlauber generell gesunken. „In den vergangenen 20 Jahren gab’s keine Probleme. Im Vorjahr sind fünf abgereist, ohne zu zahlen. In dieser Saison auch schon wieder vier. Das scheint ein Volkssport zu werden.“

Gernot Kurz
Gernot Kurz
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